Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Zwei Monate vor dem Ende der britischen Verwaltung Palästinas im Auftrag der UN, am 10. März 1948, trifft sich im Roten Haus in Tel Aviv, dem Hauptquartier der Untergrundmiliz Hagana, eine Runde hochrangiger zionistischer Politiker. Eingeladen hat David Ben Gurion, später Ministerpräsident Israels. Mit dabei sind Politiker und Militärführer wie unter anderem Yigal Allon (später Außenminister), Moshe Dayan (später Verteidigungs- und Außenminister), Yigael Yadin (später stellvertretender Ministerpräsident), Yitzchak Rabin (später Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger). Sie verabreden die Endfassung eines Masterplans zur Vertreibung der arabischen Bevölkerung: "Plan Dalet" (Plan D). Das Land - nur zu elf Prozent im Besitz der jüdischen Einwanderer, die nicht einmal ein Drittel der Einwohner stellen - soll systematisch freigemacht werden für eine endgültige jüdische Besiedelung, und hierzu ist jedes Mittel recht.
Interessant, aber in Kernthesen anfechtbar findet Rezensent Dietmar Herz dieses Buch des israelischen Historikers Ilan Pappe. Stärker noch als Israels "neue Historiker", die schon seit ein paar Jahren davon sprechen, dass der israelische Unabhängigkeitskrieg weit weniger defensiv gewesen sei, als es die bisherige offizielle Geschichtsschreibung dargestellt habe, beschreibe Pappe, wie der eskalierende militärische Konflikt zwischen 1947 und 1949 auf Grund der israelischen Überlegenheit in systematische Politik übergegangen sei. Dies findet der Rezensent in sich zwar schlüssig geschildert, vermisst aber dann doch die Beweise. Auch orientiert sich Pappes Einordnung des Konflikts für seinen Geschmack zu stark an den Jugoslawienkriegen der 90er Jahre, was der Wahrheitsfindung ebenfalls nicht sehr zuträglich ist. Herz hätte es fruchtbarer gefunden, wenn sich Pappes Argumentation stärker an den politischen Bedingungen der 40er Jahre orientiert hätte.
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