Dmitrij Kapitelman

Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters

Cover: Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters
Hanser Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783446253186
Gebunden, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Bevor Dmitrij Kapitelman und sein Vater nach Israel aufbrechen, beschränkten sich ihre Ausflüge auf das örtliche Kaufland - damals in den Neunzigern, als sie in einem sächsischen Asylbewerberheim wohnten und man die Nazis noch an den Glatzen erkannte. Heute verkauft der Vater Pelmeni und Krimsekt und ist in Deutschland so wenig heimisch wie zuvor in der Ukraine. Vielleicht, denkt sein Sohn, findet er ja im Heiligen Land Klarheit über seine jüdische Identität. Und er selbst - Kontingentflüchtling, halber Jude, ukrainischer Pass - gleich mit. "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters" ist ein sehnsuchtsvoll-komischer Spaziergang auf einem Minenfeld der Paradoxien. Und die anrührende Liebeserklärung eines Sohnes an seinen Vater.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2016

Laut gelacht vor Leseglück hat Alex Rühle bei Dimitrij Kapitelmans Debüt "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters". Dabei wirkt die Handlung - junger Autor reist mit seinem Vater nach Israel - für den Kritiker zunächst wie "Selbstfindungsprosa" mit einer Prise jüdischen Humors. Was Kapitelman daraus macht, ist aber schlicht brillant, so Rühle: Die Erinnerungen an dessen Kindheit, der als Sohn eines jüdischen Vater aus der Ukraine auf dem Schulhof beschimpft wird und der seine kindliche Einsamkeit als natürlich gegeben ansieht, erscheinen dem Rezensenten virtuos und "politisch scharfsichtig". Hin und weg ist Rühle aber insbesondere von der Figur des Vaters, der ihn mit seiner "philosophischen Schwermut" an Nabokovs verschrobenen Professor Pnin erinnert. Und wenn die beiden Israel erreichen, zwischen "Zugehörigkeitssehnsucht" und "Identitätskater" pendeln, der Autor schließlich noch eine ebenso kühne wie "groteske" Liebesgeschichte einbaut, ist der Rezensent vollends entzückt.
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