Michael Haas

Die Musik der Fremde. Komponisten im Exil

Komponistinnen und Komponisten auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus
Cover: Die Musik der Fremde. Komponisten im Exil
Philipp Reclam jun. Verlag, Ditzingen 2025
ISBN 9783150115015
Gebunden, 448 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Held. Mit 15 Abbildungen. Als die Komponisten Europa verließen Zahlreiche, besonders jüdische Komponisten versuchten, vor dem Nationalsozialismus ins Ausland zu fliehen. Diejenigen, die sich retten konnten, hatten im Exil aber oft Schwierigkeiten, ihre Karriere fortzusetzen. Michael Haas erzählt die bewegenden Geschichten vieler Größen der Klassik, wie etwa Erich Wolfgang Korngold, der für Hollywood komponierte, oder Kurt Weill, deren Musik sich jedoch durch ihr neues Leben im Ausland teils drastisch veränderte.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.03.2025

Die "inneren Konflikte" von jüdischen Komponisten, die während der NS-Zeit ins Exil gezwungen wurden, weiß Michael Haas in seinem Buch deutlich zu machen, versichert Rezensent Tim Caspar Boehme. Dabei widmet er sich bekannten Namen, wie Kurt Weill oder Erich Wolfgang Korngold, blickt aber auch bewusst auf heute kaum mehr bekannte Künstler, wie etwa Karol Rathaus. Dass der Umgang mit dem Verlust der Heimat und der Fremde ganz unterschiedlich war, wird hier für den Kritiker gut deutlich: Während beispielsweise Rathaus im Exil seine Vergangenheit bewusst verschwieg, wandte sich Arnold Schönberg dem Zionismus zu. Haas stellt die Geschichten in einen größeren historischen Zusammenhang: Er beleuchtet sowohl die sukzessive Verschlimmerung der Situation für Juden ab 1933 als auch die ambivalente Rolle des Jüdischen Kulturbundes und die sozialen Faktoren, die bei der Flucht eine Rolle spielten, resümiert der Kritiker.