Der Film hat in Frankreich - wohl stärker als in anderen Ländern - von Anfang an die Literatur herausgefordert. Die beiden Medien waren bzw. sind sich gegenseitige Inspiration und stehen gleichzeitig in ständiger Konkurrenz um die mediale Hegemonie der (Re-) Präsentation und Interpretation von Welt. In diesem Band geht es darum, diese oftmals widersprüchlichen Bewegungen zwischen Film und Literatur zu rekonstruieren. Hierbei scheint es eine Konstante zu geben: eine Form von Hassliebe zwischen Literatur und Film, bei der indessen ein interessantes Ungleichgewicht zu beobachten ist. Während der Film immer wieder explizite Anleihen bei der Literatur macht (wenn er sie nicht ebenso ausdrücklich verwirft), scheint die Literatur (nicht die Literaten!) vergleichsweise resistent gegenüber dem Film bzw. filmischen Strukturen zu sein. Einen Schwerpunkt stellt dabei das ungebrochene Interesse sowohl der Regisseure als auch der Film- und Literaturwissenschaftler an Literaturverfilmungen dar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2009
Positiv äußert sich Rüdiger Suchsland über diesen von Dirk Naguschewski und Sabine Schrader herausgegebenen Band, der Texte über Kino und Literatur in Frankreich nach 1945 versammelt. Die einzelnen Beiträge scheinen ihm meist recht anregend und nur hin und wieder "zu akademisch". Im Mittelpunkt sieht er die Konvergenzen von Film und Literatur, die in Frankreich eine lange Tradition haben. Als Beispiel nennt er Beiträge über Renoirs und Chabrols Flaubert-Verfilmungen. Lobend hebt er besonders Marcus Stigleggers Beitrag über das "intermedial angelegte Gesamtkunstwerk" Alain Robbe-Grillet hervor.
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