Raoul Coutard - Kameramann der Moderne

Cover: Raoul Coutard - Kameramann der Moderne
Schüren Verlag, Marburg 2004
ISBN 9783894723552
Paperback, 208 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Karl Prümm, Michael Neubauer und Peter Riedel. Mit ca. 100 zum Teil farbigen Abbildungen. Mit Beiträgen von Rolf Coulanges, Raoul Coutard, Rainer Gansera, Norbert Grob, Jürgen Heiter, Michael Neubauer und Karl Prümm. Raoul Coutard (geb. 1924 in Paris) ist ein Kameramann, der wie kein zweiter die Bildästhetik des modernen Kinos geprägt hat. In enger Kooperation mit den Regisseuren Jean-Luc Godard, Francois Truffaut, Jacques Demy und Jacques Rivette hatte er jene markante Bildlichkeit kreiert, die zum unverwechselbaren Kennzeichen der Nouvelle Vague werden sollte, einen Kamerastil, den sich dann die Reformbewegungen der sechziger Jahre (wie etwa der Junge Deutsche Film) zu eigen machten. Filme wie "Außer Atem" (1959), "Schießen Sie auf den Pianisten" (1960), "Jules und Jim" (1961), "Weekend" (1967), "Die Braut trug schwarz" (1967) strahlten die für Raoul Coutards Kameraarbeit so typische Vitalität und Leichtigkeit aus. Coutards Bilder durchbrachen die sterile Studioästhetik der fünfziger Jahre. Sie gewannen eine Offenheit des Blicks und eine Nähe zur Alltagswelt zurück, eine beinahe dokumentarische Unmittelbarkeit. In diesem Band wird Coutard nicht nur als Kameramann, sondern erstmals auch als Fotograf mit einer teils farbigen Fotostrecke gewürdigt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2004

Durchaus angetan zeigt sich Thomas Meder von diesem Sammelband, der sich mit dem ersten Träger des "Marburger Kamerapreises", dem Kameramann Raoul Coutard, befasst. Der Rezensent würdigt Coutard, der sein Handwerk als Kriegsfotograf und Operateur der Wochenschau gelernt und u.a. mit Demy, Rouch, Costa-Gavras und Francois Truffaut gedreht hatte, als "wichtigsten Mitarbeiter" von Jean-Luc Godard. Zugleich weist allerdings er die Vorstellung zurück, Coutard und Godard hätten als "kreatives Tandem" funktioniert. Meder sieht in Coutard eher das Fundament, auf das Godard baut, "nicht mehr und nicht weiniger". Der Kameramann habe selbst kaum einmal kreativ eingegriffen und geliefert, was von ihm erwartet worden sei. Der Band verzichte auf eine kunstwissenschaftlichen Darstellung einer legendären Phase des europäischen Kunstkinos, hält Meder fest. Stattdessen biete er die "allfälligen Hommagen, das notorische Frage-und-Antwort-Spiel sowie einen Vergleich mit der Revolte der Impressionisten, der sich als einsichtig erweist".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2004

Die Nouvelle Vague ist nicht ausschließlich das Kino der Autoren, als das die Filmgeschichte sie bisher definiert habe, sondern eine Koproduktion von Regie und Kamera, so der Mitherausgeber von "Raoul Coutard - Kameramann der Moderne" Karl Prümm. So sei es auch nur gerecht, dass endlich auch Coutard die Anerkennung zuteil werde, die bislang vor allem seine Regisseure abbekommen hätten, allen voran Jean-Luc Godard. Fasziniert scheint der Rezensent Hendrik Feindt gleichwohl vor allem von letzterem. Dass dieser dezidiert stets nur nicht gewollt habe anstatt gewollt - dieser "Furor der Negation" habe "der Kamera ungeahnte Freiräume überlassen". Ein bisschen trägt zu der Vernachlässigung Coutards jedoch offenbar auch bei, dass seine Arbeit so ausgesprochen optisch ist: "In Worten hört sich das allerdings so konservativ an wie die Selbsttitulierung Coutards als 'impressionniste': 'Die natürliche Schönheit des wirklichen Lichtes auf der Leinwand zu bewahren, das ist die Arbeit des Kameramannes.'" Der Band bietet Referate und Gespräche, die entstanden sind im Zusammenhang mit der Verleihung des ersten Marburger Kamerapreises 2001. Die Reihe von Schriften über Kameramänner soll fortgesetzt werden mit Bänden über Frank Griebe, Robby Müller und Slawomir Idziak.
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