Er war Patriot und Europäer zugleich, sah sich als konservativen Reformer und machte die CDU im einst roten Hessen zur stärksten Partei. Als Leuchtturm des rechten Flügels in der Union war er Hoffnungsträger für Konservative und Hassfigur der Linken. In der gegenwärtigen Diskussion um die Orientierung der Union versuchen sie Viele, seines politischen Erbes zu bemächtigen. Als Streiter für Deutschlands Einheit in Freiheit hat er stets gegen den Zeitgeist angekämpft und auf dem Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes bestanden. Mit der Wiedervereinigung wurde sein Lebenstraum verwirklicht, sein Engagement von der Geschichte bestätigt. Dieter Weirich (in unterschiedlichen Funktionen enger Vertrauter Dreggers) zeichnet den Lebensweg dieses großen Deutschen, der 2020 100 Jahre alt geworden wäre, nach: als Oberbürgermeister von Fulda, Oppositionsführer in Hessen, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Für ihn war Dregger "Gentleman mit Herz, kultiviert, gebildet und geschichtsbewusst".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2019
Für Jasper von Altenbockum taugt Dieter Weirichs Dregger-Biografie gut dazu, die CDU an die Bedeutung von integrativen Figuren zu erinnern, wie es Dregger für die Partei war. Dass der Autor ein enger Vertrauter Dreggers war, schickt der Rezensent seiner Besprechung voraus, und auch, dass es Weirich um eine distanzierte, wissenschaftliche Biografie nicht geht. Vielmehr möchte der Autor episodisch an Dregger erinnern und zugleich Unschärfen im Bild des Politikers korrigieren, so Altenbockum. Als eine dieser Unschärfen nennt der Rezensent das Dregger anhaftende Etikett des rechten CDUlers. Mit Kapiteln über Dreggers Haltung zur "Wehrmachtsausstellung" und zum Fall Filbinger gelingt der Autor laut Rezensent ein differenziertes Bild des Politikers.
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