Mit 82 Farbabbildungen. Bei der Lektüre chinesischer Städte, wie sie dieser Band vornimmt, geht es nicht in erster Linie um Beijing, Shanghai, Xi?an, Shenzhen und andere bekannte "Adressen", sondern vielmehr um das Chinesische an der chinesischen Stadt - um jene Merkmale, die alle chinesischen Städte mehr oder weniger aufweisen, um deren Kern, um ihre Syntax, kurz: ihren Code. Erst die Entschlüsselung dieses Gemeinsamen öffnet den Blick auf ihre innere Struktur und lässt uns die Vielfalt der empirischen Eindrücke gewichten und sinnvoll ordnen. Eine solche Stadtlektüre liefert die Bausteine des Codes der chinesischen Stadt: den Dualismus von offenem und abgeschlossenem Raum, der die Grundstruktur der chinesischen Stadt nachdrücklich bestimmt; die eindeutige Bevorzugung des privaten oder gemeinschaftsbezogenen gegenüber dem öffentlichen und gesellschaftlichen Raum; sowie die selbstverständliche Praxis, Wohnsiedlungen als exklusive, abgeschlossene Räume zu deuten und zu gestalten und vieles andere mehr.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.02.2009
Gefesselt hat Robert Kaltenbrunner dieses Buch zur chinesischen Stadtentwicklung gelesen. Der Weimarer Soziologe Dieter Hasenpflug interessiert sich in "Der urbane Code Chinas" weniger für das äußere Erscheinungsbild als für die tieferen Antriebskräfte der chinesischen Urbanisierung, stellt der Rezensent fest. Nach Einschätzung des Autors will sich China in seiner urbanen Architektur als Kulturnation und ökonomische Macht gleichermaßen zeigen, wobei der Motor dieser Verwandlung ein unbedingter "Fortschrittsglauben" sei. In größeren Zusammenhängen gedachter Städtebau findet dabei laut Hasenpflug wegen der Dominanz ländlicher Lebensstrukturen und festgefügter Nachbarschaften nicht statt, so Kaltenbrunner weiter. Bilanz dieses, wie der Rezensent lobt, überwiegend flüssig geschriebenen Essays ist allerdings, dass die Stadtentwicklung in China zwar große "Schwächen" aufweist, dafür in den Augen des Autors aber auch Chancen für eine "neue Urbanität" bietet.
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