Zu Recht hat die Biennale di Venezia 2002 die wegweisenden Projekte der brasilianischen Architekten Jorge Mario Jauregui und Paulo Bastos prämiert. Sie gehören zu Favela-Urbanisierungs-Programmen, die seit Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts daran arbeiten, aus informellen Siedlungen reguläre Stadtquartiere zu machen und ihre Bewohner zu rechtmäßigen Eigentümern des ursprünglich illegal besetzten Grund und Bodens. FavelaMetropolis dokumentiert und kommentiert mittels Interviews, Lageberichten, Planmaterial und Fotos der vor Ort recherchierten Projekte eine andere Praxis von Stadt und stadtgesellschaftlicher Bewegung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2004
Die Architekten Jean Nouvel oder Hassan Fathy plädieren für die Verbindung von Politik, Architektur und Städtebau. Ihr argentinischer Kollege Jorge Mario Jáuregui ist allerdings noch einen Schritt weiter gegangen, so der Rezensent (Kürzel "eng") in seiner Notiz. Er hat begonnen, die brasilianischen Favelas umzugestalten, sie in "urbanisierte Wohngebiete umzuwandeln" und so die an Drogenbanden und Gangs verlorenen Viertel für die Stadt zurückzugewinnen. Der Band demonstriert den Erfolg seiner Projekte, der Rezensent findet ihn "anregend".
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