Geheimdossier des NKWD für Josef W. Stalin, zusammengestellt aufgrund der Verhörprotokolle des Persönlichen Adjutanten Hitlers, Otto Günsche, und des Kammerdieners Heinz Linge, Moskau 1948/49
Herausgegeben von Henrik Eberle und Matthias Uhl. Dieses Buch hatte zunächst nur einen Leser: Josef W. Stalin und verschwand dann für mehr als fünf Jahrzehnte in russischen Archiven. Den Nachrichten vom Selbstmord seines politischen Kontrahenten Adolf Hitler hatte der sowjetische Diktator keinen Glauben geschenkt. Deshalb setzte er alles daran, überlebender Vertrauter aus dem Umfeld des Nazi-Führers habhaft zu werden und durch ihre Aussagen der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Mit der Gefangennahme von Otto Günsche und Heinz Linge gelang dem sowjetischen Geheimdienst in Berlin ein solcher Coup. Denn niemand war dem Führer des NS-Regimes über eine solch lange Zeitspanne so nahe gewesen wie diese beiden Männer. Sie erlebten Hitler aus nächster Nähe, kannten seinen Tagesablauf, seine Essgewohnheiten, seine Stimmungen, seine Krankheitsgeschichte. Als Adjutanten lernten sie ihren Arbeitgeber als offiziellen Regierungschef kennen, hörten, was er über Besucher, die Generalität und alte Weggefährten im Einzelnen äußerte. Und sie waren die letzten Monate und Wochen an Hitlers Seite, beobachteten, wie er das Deutsche Reich vom Berliner Führerbunker aus in die Katastrophe steuerte.
Erstmals ist das Geheimdossier über Adolf Hitler zugänglich, das auf Weisung Stalins nach dessen Tod vom sowjetischen Geheimdienst zusammengestellt worden war, informiert Klaus Hildebrandt. Aus der "Kammerdienerperspektive" wird darin über die Lebensgewohnheiten und Beziehungen Hitlers und seiner engeren Umgebung berichtet, und was dabei über den Diktator zu erfahren ist, findet der Rezensent allerdings "eher banal als relevant". Mehr sagt das Dokument dagegen über den Auftraggeber Stalin aus, so Hildebrandt weiter. Aus dem "Adressaten" des Berichts erklärt sich wohl auch die völlige Übergehung des Holocaust und wird von den Herausgebern hinsichtlich Stalins bekanntem Antisemitismus als "einleuchtend", wenngleich "empörend" gewertet, erklärt der Rezensent, der trotz geringer neuer Erkenntnisse dieser bis jetzt nicht zugänglichen Quelle lobt, dass sie zum "Kenntnisstand der Hitler-Forschung" beitragen kann.
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