Aus dem Englischen von Rudolf Mast. Mit einem Nachwort von Günther Wessel. Mit dem Werk, das unmittelbar nach seiner Veröffentlichung 1719 in London reißenden Absatz fand, hat der Kaufmann, Journalist und frühe Aufklärer Daniel Defoe Literaturgeschichte geschrieben. Indem er die wahren Erlebnisse des Seefahrers Alexander Selkirk ausschmückte und zu dem fiktionalen Lebensbericht eines Mannes namens Robinson Crusoe verarbeitete, schuf er die Figur des Schiffbrüchigen schlechthin, etablierte mit der Robinsonade ein eigenes, von zahlreichen Romanen und Filmen zitiertes Motiv, erreichte eine weltweite Leserschaft und gilt heute als ein wichtiger Begründer der modernen europäischen Erzählliteratur und des Abenteuerromans.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2019
Zum 300. Geburtstag erscheint Daniel Defoes Klassiker "Robinson Crusoe" in einer ungekürzten Neuübersetzung, und Jutta Person freut sich sehr über die Gelegenheit zur Relektüre. Zum einen, weil sich im Roman doch einiges anders abspielt, als sie es im Kopf hatte: über zweihundert Seiten ergeht sich der Schiffbrüchige in seiner "ziemlich unabenteuerlichen Do-it-yourself-Routine", bevor er die ersten menschlichen Fußspuren im Sand entdeckt. Zum anderen, weil es Rudolf Mast in seiner Übersetzung gelingt, die "auch grammatikalisch verschlungenen Gedankenlabyrinthe" Crusoes hervorragend nachzuvollziehen. Ausgesprochen aufschlussreich findet die Rezensentin den Roman außerdem als Einblick in die Ideenwelt des frühen 18. Jahrhunderts, vor allem was das britische Selbstverständnis, die imperiale Rolle und das Verhältnis zu anderen Völkern angeht.
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