Aus dem Polnischen von Doreen Daume, Karl Dedecius, Gerhard Gnauck und Christian Heidrich. Czeslaw Milosz war unmittelbar nach dem Krieg im diplomatischen Dienst, emigrierte dann aus Polen in die USA und ging 1960 als Professor nach Berkeley: ein vielsprachiger Intellektueller und Schriftsteller. Aber er war vor allem ein Dichter, der in seinem Werk die Abgründe des 20. Jahrhunderts beschrieben hat. Immer auf der Suche nach dem ewigen Augenblick (Christian Heidrich), hat er ein poetisches Panorama unserer Zeit hinterlassen. Adam Zagajewski hat aus dem Werk des 1980 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneten Autors rund hundert Gedichte ausgewählt und in seinem Nachwort dessen Biografie nachgezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2013
Schade an diesem Band mit ausgewählten Gedichten von Czeslaw Milosz findet Nico Bleutge einzig den Umstand, dass er nicht zweisprachig daherkommt. Gern hätte der Rezensent ein wenig dem polnischen Original nachgespürt, den Klängen und Reimen, die der Autor verwendet. Die spezifische Bewegung dieser Dichtung, das Pendeln zwischen Momentwahrnehmung und Fantasie, das Erkennen des Einzelnen und Besonderen unter den Klängen einer tiefreichenden Skepsis, ferner ihre Themen, historische und politische Ideen und die Atmosphäre fremder Weltgegenden - all das kann Bleutge allerdings auch in der deutschen Fassung der Texte erspüren, deren Auswahl durch Adam Zagajewski er schätzt. Nicht zuletzt, da Zagajewski versucht hat, die Sammlung am Leben des Dichters entlang zu komponieren, wie Bleutge schreibt.
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