Adam Zagajewski

Verteidigung der Leidenschaft

Essays
Cover: Verteidigung der Leidenschaft
Carl Hanser Verlag, München 2008
ISBN 9783446208735
Gebunden, 203 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Henryk Bereska, Bernhard Hartmann und Olaf Kühl. Adam Zagajewski versucht, die Stellung der Poesie in der modernen Welt neu zu justieren: zwischen Vernunft und Erleuchtung, Alltag und Transzendenz, äußerem und innerem Leben. Seine Texte reichen von persönlichen Erinnerungen über die großen theoretischen Fragen der Dichtkunst bis zu Schriftstellerporträts von unter anderem Emil Cioran, Zbigniew Herbert und Czeslaw Milosz.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2009

Adam Zagajewski bricht in seinem jüngsten Essayband eine Lanze für die Leidenschaft in der Poesie und setzt sich damit angenehm von zeitgenössischen Dichtern und Denkern und deren so gern gepflegter Ironie ab, konstatiert Marica Bodrozic eingenommen. Neben Texten wie "Verteidigung der Leidenschaft" oder "Anmerkungen zum hohen Stil", mit dem der Essayist und Lyriker ziemlich eigenwillig Qualitäten einfordert, die in der heutigen Lyrik weniger gewürdigt werden, hat er polnischen Dichtern wie Zbigeniew Herbert oder Czeslaw Milosz, denen Zagajewski sich verwandt fühlt, angemessene Porträts gewidmet und einen sehr lesenswerten Aufsatz zu "Nietzsche in Krakau" geschrieben, wie die Rezensentin lobt. Besonders die "Intensität", mit der sich der Autor für eine leidenschaftliche Dichtung in die Bresche wirft, hat Bodrozic begeistert. Und auch wenn sie findet, dass Zagajewski mit dem rumänisch-französischen Schriftsteller Emil Cioran etwas unfair ins Gericht geht, wenn er ihm eine gezwungene "französische Kühle" vorwirft, so lässt Bodrozic hier als entlastend gelten, dass der in Lemberg geborene, heute in Krakau und den USA lebende Autor damit vielleicht lediglich für sich selbst eine Positionsbestimmung sucht und sich am Thema des Schreibens in einer fremden Sprache abarbeitet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2009

Ilma Rakusa preist die Essays des Lyrikers Adam Zagajewski, der darin für "Erhabenheit" und Emphase in der Lyrik plädiert, die Rückkehr des Pathos beschwört und dabei betont, dass das nicht die Abwesenheit von Humor bedeuten muss. 1945 in Lemberg geboren und später in Krakau lebend, war der polnische Autor in Paris und als Gastprofessor in Houston zuhause, teilt die Rezensentin mit, die das auch als Beleg für die Weltoffenheit Zagajewski gesehen wissen will. Sein Loblied auf das "Erhabene", das die Welt seiner Meinung nach nötig hat, findet bei Rakusa ein offenes Ohr. Sehr gern gelesen hat sie auch die Essays über Zagajewskis "Schriftstellerfreunde" Milosz, Herbert und Czapski, die sie als gleichermaßen in Wesen und Werk der polnischen Schriftsteller einführende "poetische Studien analytischer Empathie" bewundert.

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