Constantin Göttfert

Steiners Geschichte

Roman
Cover: Steiners Geschichte
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406667572
Gebunden, 479 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Ina Steiner ist schwanger, aber kurz vor der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter bittet sie Martin, den Erzähler in Constantin Göttferts neuem Roman, um eine Auszeit. Ihr Großvater Steiner ist gestorben und hat sie mit zu vielen offenen Fragen zurückgelassen. Ina ist an der March, im österreichischen Grenzgebiet zur Slowakei, aufgewachsen, aber ihre Familie sind Karpatendeutsche, Vertriebene, die in Österreich nie heimisch geworden sind und nicht heimisch werden wollten. Die Vergangenheit liegt wie ein großer, alles erdrückender Schatten über dem Leben von Jahrzehnten, über der Familie, die daran zerbricht. Ina macht sich auf die Suche nach der Herkunft ihrer Familie in der heutigen Slowakei und Martin folgt ihr nach, auf eine Reise in die Vergangenheit und die Gegenwart von Ost und West, Tätern und Opfern, Verlierern und Gewinnern nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2015

Die in seinem Debütroman unter Beweis gestellte Brillanz kann Constantin Göttfert mit seiner großen Familiensaga "Steiners Geschichte" leider nicht halten, vermerkt Rezensent Franz Haas enttäuscht. Zunächst folgt der Kritiker der in die Brüche gegangenen Liebe zwischen einem jungen Lehrer und seiner Studienkollegin, taucht bald aber ein in die Geschichte einer vertriebenen karpatendeutschen Familie, die in Österreich lebt. Bei aller aufwendigen Recherche, die Göttfert für seinen Roman betrieben haben muss, muss der Rezensent leider gestehen, dass nicht nur die psychologische Glaubwürdigkeit der Figuren leidet, sondern die Vielzahl unverbundener Geschichten die Lektüre bald zur "Schnitzeljagd" macht. Schade, findet der Kritiker, denn das große Thema "Schmerz der Vertreibung" gerät ganz aus dem Blickfeld und so müht er sich trotz starker Stellen durch diese wenig überzeugende Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2014

Tja, schade, das Thema ist zwar nicht verfehlt, wohl aber die Art der Annäherung, meint Rezensent Oliver Jungen. In einer Zeit, in der kaum ein deutscher Roman nicht von der jüdischen Großmutter oder dem Nazigroßvater handelt, kommt also noch ein Enkel und erzählt die Geschichte seiner Großeltern. Aber hier ist Jungen durchaus noch aufnahmebereit, denn der Kontext der Karpatendeutschen aus der heutigen Slowakei in der Nähe von Bratislava ist immerhin exotisch. Nur leider ist die Umsetzung als Roman für Jungen papieren und vordergründig pädagogisch ("die Rechtslastigkeit Österreichs will kommentiert sein"). Jungen bedauert, dass der Autor seine Geschichte nicht als Sachbuch aufgearbeitet hat.
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