Im Herbst 1989 dienten etwa 390 000 DDR-Bürger hauptberuflich in den bewaffneten Organen des SED-Staates. Hinzu kam fast eine Million ehren- oder nebenamtlicher Freiwilliger, wovon die größte Gruppe die Zivilverteidigung mit 491 000 Mitgliedern stellte. In seiner Studie stellt Clemens Heitmann erstmals Entstehung, Entwicklung, Strukturen und Aufgaben der DDR-Zivilverteidigung und ihres Vorläufers, des Luftschutzes, systematisch dar. Zugleich werden diese paramilitärischen Organisationen in die Sicherheitsstrukturen und in die Gesamtgeschichte des ostdeutschen Staates eingeordnet. Der Autor analysiert sowohl die Versuche der SED, diese Bereiche mit einem umfassenden Herrschaftsanspruch zu durchdringen, als auch das Verhalten der Beteiligten und deren Motive für eine Mitarbeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2006
Rundum überzeugend findet Rezensent Karl Wilhelm Fricke diese Arbeit über die Zivilverteidigung in der DDR von 1955 bis 1989/90, die Clemens Heitmann verfasst hat. Die Geschichte dieser personalstärksten paramilitärischen Organisation im SED-Staat wurde von der Forschung seines Erachtens bisher stiefmütterlich behandelt. Um so erfreuter zeigt sich Fricke über vorliegende Untersuchung, der er bescheinigt, die Lücke in der Forschung zu schließen. Die Darstellung der Zivilverteidigung (ZV), die in den 50er Jahren als Luftschutzorganisation begann und Ende der 80er Jahre in einem Katastrophenhilfsdienst umgewandelt wurde, würdigt Fricke als ausführlich und sorgfältig recherchiert. Außerdem lobt er Heitmanns Einordnung der historische Entwicklung des ZV in den innerdeutschen wie blockinternen politischen Kontext.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…