Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Westberlin / Sozialistischen Einheitspartei Westberlin (SED-W / SEW) war von ihren Wahlergebnissen her ohne Bedeutung. Doch ähnlich wie der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) gelang es ihr zeitweilig, Einfluss auf andere Gruppen zu gewinnen. Als "Brückenkopf" der SED, von der sie auch finanziert wurde, entwickelte sie eine geschickte Bündnispolitik und erreichte so die West-Berliner Binnenpolitik. Thomas Klein liefert eine erste kritische Parteigeschichte, die zugleich ein Beitrag zur Geschichte von Kaltem Krieg und Entspannung im geteilten Berlin darstellt. Dabei geht er sowohl auf die übermächtige Kontrolle der Ost-Berliner Zentrale als auch auf die innerparteiliche Opposition und die linksalternativen Konkurrenten ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009
Eine Erfolgsgeschichte lässt sich bei diesem Gegenstand beim besten Willen nicht erzählen, so der Rezensent Gunter Holzweißig. Der Gegenstand: die von Ost-Geldern (jährlich bis zu 15 Millionen DM) am Leben erhaltene "Sozialistische Einheitspartei Westberlins" (SEW). Zwar gab es Versuche der "Unterwanderung westlicher Institutionen", die jedoch, so das Resümee des Autors, bislang eher "übertrieben" als korrekt dargestellt wurden. Viel Akzeptanz fand, signifikante Wahlerfolge hatte die Partei nie, bei ihrer Auflösung im Jahr 1990 blieben ihr nur noch 1.600 Mitglieder. "Zutreffend" findet Holzweißig in seiner knappen Rezension die Analyse des Autors.
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