Jean Bodin ist einer der wichtigsten Staatstheoretiker des Absolutismus. Seine Ideen und Konzepte haben weit über die Entstehung der ersten modernen Demokratien hinausgewirkt. Claudia Opitz-Belakhal stellt hier verschiedene Aspekte der frühneuzeitlichen Staatsbildung dar - etwa die Frage weiblicher Regierungsfähigkeit, die Etablierung des souveränen Herrschers als Vater aller Untertanen oder das Verhältnis von Hexenverfolgung, Misogynie und Staatsbildung. Sie weist dabei nach: Die Auswirkungen von Bodins Gedanken auf die "Ordnung der Geschlechter" in Politik und Staatswesen sind bis heute spürbar.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2006
Caroline Schnyder zeigt sich sehr zugänglich für die Darlegungen von Claudia Opitz-Belakhal, die in ihrer Studie über Jean Bodins politische Schriften die Ursachen und die Stoßrichtung der Misogynie des Staatstheoretikers aus dem 16. Jahrhundert herausarbeitet. Bei den frauenfeindlichen Äußerungen in seinen Schriften gehe es Bodin um die Stärkung der französischen Monarchie, der männlichen Erbfolge und der patriarchalischen Gesellschaftsordnung insgesamt, sie stellten also klar eine politische Strategie dar, referiert die Rezensentin. Die Argumentation der Autorin lobt Schnyder, wenn auch in Herleitung und Sprache nicht unkompliziert, als sehr "überzeugend".
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