Der "Sonnenkönig" Louis XIV ist die historisch erste von drei überlebensgroßen Herrschergestalten, die Frankreichs Geschichte in der Neuzeit maßgeblich geprägt haben. Wie Napoleon und Charles de Gaulle sorgte er für einen Überschuss an Glanz und Macht, aus dem das nationale Selbstverständnis Frankreichs bis heute schöpft. Wer aber war dieser für ein ganzes Zeitalter stilbildende Mann, der den Absolutismus begründete, mit seinem Schloss Versailles neue Maßstäbe der Prachtentfaltung setzte, die Hugenotten grausam verfolgte und Europa mit Kriegen von unerhörter Brutalität überzog? Der Frankreichhistoriker Johannes Willms entwirft in seinem letzten Buch ein faszinierendes Portrait des Mannes, dessen Wort "L'état c'est moi" unsterblich geworden ist. Einblicke in das höfische Leben unter Louis XIV Schloss Versailles - ein Symbol seiner Prunksucht Um seinen Ruhm zu mehren, führte der Sonnenkönig 30 Kriege - am Ende war Frankreich bankrott Vom großen Frankreichkenner - das letzte Buch von Johannes Willms
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2023
Rezensent Markus Friedrich empfiehlt Johannes Willms' Biografie des Sonnenkönigs mit einigen Einschränkungen. Fasziniert liest er bei Willms über Ludwigs Liebschaften und Hofkultur, aber ebenso über die Gebrechen und den Abstieg des Königs. Dass und wie der Autor "unbestechlich" und nüchtern die (politischen) Schwächen des Herrschers herausarbeitet, scheint Friedrich zwar stellenweise brillant, doch mitunter auch übertrieben. Das liegt für Friedrich auch daran, dass Willms Themen schlicht außen vor lässt, die Ludwigs Gestaltungsmacht illustriert hätten, etwa seinen Einfluss auf die Wissenschaft seiner Zeit. Ein Bild der Epoche zeichnet der Autor laut Rezensent leider auch nicht.
Rezensent Wolf Lepenies liest die Sonnenkönig-Biografie von Johannes Willms mit Interesse. In eleganter Sprache serviert ihm der Autor ein detailreiches, quellenstarkes Porträt des Königs, seiner Kriege und seiner Frauen, allerdings weniger ein Porträt der Epoche, wie Lepenies moniert. Die vielen Schlachtentableaus findet der Rezensent durchaus verzichtbar, zumal er sich zwischen den mannigfachen beschriebenen politischen Koalitionen bald nicht mehr zurechtfindet. Das Streben des Königs nach Glorie durchzieht den Band wie ein roter Faden, schreibt er.
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