Cixin Liu

Die drei Sonnen

Roman
Cover: Die drei Sonnen
Heyne Verlag, München 2016
ISBN 9783453317161
Kartoniert, 592 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Aus dem Chinesischen von Martina Hasse. China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit - auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.05.2017

"Die drei Sonnen" beginnt wie ein Historienroman über die erschreckenden Verhältnisse unter denen Akademiker zur Zeit der Kulturrevolution in China leben und forschen mussten, erfahren wir von Rezensent Tim Caspar Boehme. Ein Physikprofessor wird wegen seiner Lehre der "bourgoisen Realitivitätstheorie" zu Tode geprügelt, seine Tochter Ya Wenje verschleppt und einem geheimen Forschungsprojekt zugewiesen, an dem sie lebenslänglich mitarbeiten soll. Erst nach einem Zeitsprung von mehreren Jahrzehnten zeigt sich, worum es sich bei diesem Buch eigentlich handelt, schwärmt der Rezensent, nämlich um Science Fiction im engsten Sinne und in ihrer besten Form. Erst wenn Wenjes Forschungsergebnisse mit Erkenntnissen aus einem Computerspiel sowie dem Phänomen eines rätselhaften Countdowns verknüpft werden, stellt sich heraus, dass es hier um einen Krieg geht, einen großen Krieg. Der Rezensent ist begeistert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.02.2017

Cixin Lius "Die drei Sonnen", erster Teil einer Trilogie, die in China bereits vor zehn Jahren einen großen Erfolg feierte, ist mehr als fantastische Technologien, Raumschiffe und Aliens, stellt Rezensent Nicolas Freund begeistert fest, es ist ein ganzes Universum. Liu lässt in ihrem Science-Fiction-Roman drei Handlungsstränge und damit drei Perspektiven und drei Zeiten (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) einander umkreisen und aus jeweils veränderten Winkeln beleuchten, lesen wir. Dabei ist, insbesondere wenn aus der Sicht der Außerirdischen erzählt wird, der Leser immer wieder dazu gezwungen, seine eigene Position infrage zu stellen, was in China durchaus auch politische Brisanz hat, so Freund. Liu gilt dort als Wegbereiterin einer neuen Science-Fiction, die sich von der Naivität und dem didaktisch idealistischen Anspruch sozialistischer Geschichten befreit, zugunsten einer kritischen, teils zynischen Literatur, erläutert der beeindruckte Rezensent.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2016

Jubelnd begrüßt Dietmar Dath die deutsche Ausgabe der "Drei-Sonnen"-Trilogie, die er für das Aufregendste hält, was die Phantastik gerade zu bieten hat. Der chinesische Autor Cixin Liu war lange Zeit Kraftwerksingenieur, und seine wissenschaftliche Kenntnisse sind, wie Dath betont, keine Nebensächlichkeit in diesem gewaltigen Epos, wie auch die intellektuellen Probleme keine bloße Fassade, wobei Dath versichert, dass die Figuren in ihrer Vielschichtigkeit allesamt faszinieren. Unmöglich die Handlung auch nur annähernd wiederzugeben, es geht um einen Mann, der von einer menschenfeindlichen Intelligenz gefangen gehalten wird und seiner Jugendliebe altes Wissen überliefern will. Dath überschlägt sich schier vor Begeisterung angesichts der kühnen Gedanken, frabenprächtigen Formulierungen und Legierungen von Weltkentnis und Schönheit: Wie Cixin Liu in seiner Trilogie Kosmos und Verstand in Einklang zu bringen versucht und dabei Missverständnisse, Wunderliches und Niederlagen als "Stationen auf dem Weg zur Erkenntnis" beschreibt, das haben so vor ihm nur Stanislaw Lem und Italo Calvino geschafft.