Aus dem Amerikanischen von Wulf Bergner. Der reiche Bauunternehmer Edgar Freemantle hat bei einem schweren Unfall den rechten Arm eingebüßt und mehrere Knochenbrüche erlitten. Seine Kopfverletzung führt zu Lücken in der Erinnerung, und die Schmerzen treiben ihn in den Wahnsinn. Auf Anraten seines Arztes zieht er sich in ein Strandhaus auf der Florida-Insel Duma Key zurück, um dort Linderung in der Malerei zu finden. Die Insel gehört der alten Dame Elizabeth Eastlake, deren tragische und mysteriöse Familiengeschichte sich Edgar immer mehr erschließt, je mehr er die pittoreske, aber auch unheimliche Szenerie der Insel zeichnet und malt. Seine Bilder entstehen wie im Fieberwahn, und die Insel scheint ein in ihm schlummerndes Talent auf seltsame Weise zu verstärken. Bald wird klar, dass seinen Bildern die unbändige Kraft innewohnt, die Wirklichkeit zu verändern. Als dann auch noch die Geister aus Elizabeths Kindheit ihr Unwesen zu treiben drohen und die Bilder schließlich ein unheilvolles Eigenleben entwickeln, nimmt der Wahnsinn vollends seinen Lauf...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.02.2008
Mit gedämpfter Begeisterung hat Rezensentin Sylvia Staude das neueste Produkt aus Stephen Kings Horrorfactory zur Kenntnis genommen, obwohl ihr gerade die ersten hundertfünfzig Seiten noch mal deutlich vor Augen geführt haben, "wie nervenzerfetzend gut er schreiben kann". Doch ihre Leseleidenschaft ermattet spätestens auf der Hälfte dieses "900-Seiten-Horror-Ziegelsteins" über einen Mann, der durch einen Unfall einen Arm verlor und dafür andere Qualitäten entfaltet. Zu gut geölt scheint ihr die Erschreckmaschinerie samt ihrer "Kunst-Philosopheleien", zu beliebig die Zutaten dieser mitunter wohl ein wenig zu bunt geratenen Geisterbahn, als dass sie die Geschichte noch wirklich spannend finden könnte. Auch den etwas prätenziösen deutschen Titel - im Original heißt das Buch nach dem (fiktiven) Ort des Geschehens schlicht "Duma Key" - nimmt sie eher unamüsiert zur Kenntnis.
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