Aus dem Englischen von Cornelius Reiber. Für den jungen Obiefuna, der im Nigeria der 2010er-Jahre aufwächst, sind Liebe und Verlangen untrennbar mit Schuld und Ablehnung verwoben. Als sein Vater Zeuge eines intimen Moments zwischen ihm und einem anderen Jungen wird, verbannt er den Sohn in ein christliches Internat, das von strenger Hierarchie und Gewalt geprägt ist. Allem Vertrauten entfremdet, begibt sich Obiefuna auf die Suche nach Verbundenheit. Seine Mutter Uzoamaka ringt indessen darum, ihn, den wichtigsten Menschen in ihrem Leben, nicht zu verlieren.
Ein tolles, mutiges Buch hat Chukwuebuka Ibeh geschrieben, frohlockt Rezensent Dirk Fuhrig. Der in den USA lebende nigerianische Autor erzählt von Obiefuna, der aufgrund seiner Homosexualität schon in seiner Kindheit misshandelt wurde, später in der nigerianischen Stadt Port Harcourt lebt und unter zunehmender staatlicher schwulenfeindlicher Repression leidet. Das Buch spielt im 21. Jahrhundert, was dem Rezensenten zeigt, wie aktuell das Problem Homosexuellenfeindlichkeit in Nigeria und vielen anderen, gerade auch afrikanischen Ländern, immer noch ist. Die Handlung verläuft in den bekannten Bahnen von Coming-out-Erzählungen, erfahren wir, Ibehs empathische, alle Klischees umschiffende Sprache gefällt Fuhrig jedoch ebenso gut wie Cornelius Reibers Übersetzung. Insgesamt ein düsteres Buch über das heutige Nigeria, fasst der Rezensent zusammen, ein Land, dem es zwar wirtschaftlich gut geht, das jedoch, auch aufgrund des Einflusses religiöser Gruppierungen, Menschenrechte immer weniger achte.
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