Christoph Strecker

Justiz von unten

Berichte, Kritik und Denkanstöße aus der Black Box
Cover: Justiz von unten
Loeper Verlag, Karlsruhe 2015
ISBN 9783860595268
Kartoniert, 218 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die Justiz wird häufig als Black Box, als undurchschaubares System wahrgenommen. Viele Entscheidungsprozesse sind nicht nachvollziehbar. Der Rechtsstaat ist keine Selbstverständlichkeit. Die grundgesetzlich garantierte richterliche Unabhängigkeit ist immer von innen und außen bedroht. Eine demokratische und transparente Selbstverwaltung der Justiz existiert in Deutschland nicht. Der ehemalige Richter Christoph Strecker berichtet aus der Black Box über seine Erfahrungen und über die richterliche Lebenswelt in einem System von Hierarchie und Karriere. Er bemängelt, dass es in der Justiz weniger auf Gerechtigkeit und menschenfreundliche Verfahren ankommt als auf die effiziente Erledigung von 'Fällen'. Dazu gehört auch, dass in der Richterschaft die Vorstellung weit verbreitet ist, Rechtsprechung habe nichts mit Politik zu tun. So führt das Desinteresse an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu einer permanenten Bestätigung der bestehenden Machtverhältnisse.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.09.2015

Wie es um die richterliche Unabhängigkeit in Deutschland wirklich bestellt ist, erfährt Christian Bommarius in dieser Aufsatzsammlung des Ex-Familienrichters Christoph Strecker mit Texten aus den vergangenen 30 Jahren. Gut geschrieben und selbstkritisch bietet ihm der Autor Einblicke in die richterliche Lebenswelt, die laut Rezensent nicht jedem Richter gefallen dürften. Der Autor berichtet praxisnah von Hierarchie und Karriere, von Anpassungsbereitschaft und davon wie richterliche Unabhängigkeit dauernd von innen wie von außen bedroht ist, so Bommarius.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.09.2015

Rolf Lamprecht bespricht dieses Buch des langjährigen Richters Christoph Strecker leider nur sehr kurz, dabei hat er es offensichtlich mit großem Interesse gelesen. Da die Richterschaft eine zwar eine privilegierte und unabhängige, aber auch absolut geschlossene Gesellschaft sei, dringe kaum etwas aus dem Innenleben dieses Berufsstands nach außen. Strecker macht da eine Ausnahme, freut sich der Rezensent, der in dem Buch über die Zwänge des Berufs gelesen hat, über Ängste und Nöte, aber auch über Anpassung und Anbiederung, Hierarchien und Karrierismus.
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