Mit 27 Abbildungen. Zwangsarbeit gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. In Forschung und öffentlicher Debatte wird Zwangsarbeit in der Regel ausschließlich mit dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung gebracht. Doch bereits 1914-1918 war die Rekrutierung und Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte im deutschen Machtbereich zunehmend von Zwang gekennzeichnet. Christian Westerhoff schließt eine Forschungslücke, indem er erstmals die Bedingungen, Formen und Folgen von Zwangsarbeit und Zwangsrekrutierung in den besetzten Gebieten Polens und des Baltikums während des Ersten Weltkriegs in den Blick nimmt. Er schildert anschaulich, wie insbesondere die militärisch verwalteten Gebiete des Baltikums zu einem 'Laboratorium' der Zwangsarbeit und des 'totalen Kriegs' wurden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2012
Mit Interesse liest der Historiker Christoph Nonn diese Studie zum wenig bekannten Phänomen der Zwangsarbeit im Ersten Weltkrieg. Die Studie untersucht die Rekrutierungstechniken der Deutschen in zwei politisch-geografisch trotz aller Nähe sehr unterschiedlichen Gebieten, einerseits in "Russisch Polen", andererseits im heutigen Litauen und kommt für beide Gebiete zu unterschiedlichen Ergebnissen. Während in Polen, auch wegen einer langer Geschichte deutsch-polnischer Beziehungen und Migrationen eher auf Kooperation gesetzt wurde, arbeitete man in Litauen eher mit Zwangsmethoden, ohne dabei übrigens zu höherer Effizienz zu gelangen. Eine Kontinuität zwischen Erstem Weltkrieg und Nazizeit mache Westerhoff dabei eher nicht aus und stößt hierbei auf Nonns Zustimmung.
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