Helmut Schmidt nannte sie einen "Meilenstein", der DGB-Vorsitzende Heinz-Oskar Vetter die größte Enttäuschung seiner Amtszeit. An der Mitbestimmung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Aufsichtsrat schieden und scheiden sich die Geister, hat sie ihre historischen Wurzeln doch in ganz unterschiedlichen Traditionen und Denkrichtungen. Die Kontroversen um die industriellen Beziehungen sind so aktuell wie nie: Neue Formen der Arbeit fordern die Mitbestimmung heraus.
Christian Testorf beleuchtet die Entstehung der Mitbestimmung im Aufsichtsrat und ordnet sie in die politische Geschichte der Bundesrepublik der 1970er Jahre ein. War die Mitbestimmung ein Teil der Demokratisierungseuphorie der sozial-liberalen Ära? Oder doch ein politischer Kompromiss einer Regierung ohne Ideen? Ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Anteilseignern und Arbeitnehmern im Unternehmen, die seit der Finanzkrise von 2008 wieder an Bedeutung gewinnt, wirklich typisch für Deutschland?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2017
Rezensent Guido Thiemeyer macht sich mit Christian Testorf Gedanken über die politischen Grundlagen des Mitbestimmungsgesetzes. Den Weg der Verhandlungen kann ihm der Autor auf breiter Quellenbasis erschließen. Darüber hinaus besticht die Studie für Thiemeyer dadurch, dass sie die Verhandlungen in die Debatten um die Wirtschaftsdemokratie in Deutschland einordnet. Hin und wieder allzu detailverliebt und langatmig überzeugt die Arbeit den Rezensenten dennoch und führt ihm das kleine Wunder des Inkrafttretens des Mitbestimmungsgesetzes 1976 vor Augen.
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