Aus dem Französischen von Caroline Gutberlet. Gesundheit, Kreativität, persönliches Glück - Charles Pépin zeigt: Wir müssen anderen begegnen,um uns selbst zu begegnen.Begegnungen verändern uns, indem sie uns mit dem Anderen konfrontieren, schreibt Charles Pépin. Nachdem uns die Pandemie auf Abstand gezwungen hat, geht der Philosoph der Frage nach, was freundschaftliche, romantische, professionelle und zufällige Begegnungen für den Einzelnen bedeuten. Er zeigt: Jeder zwischenmenschliche Kontakt ist auch eine Begegnung mit der Welt und mit uns selbst. Mit vielen Beispielen aus dem täglichen Leben verortet Pépin diese These in der Philosophiegeschichte, spannt einen Bogen von Aristoteles über Hegel bis Jean-Paul Sartre und lässt auch unterhaltsame Seitenpfade zu David Bowie und Lou Reed nicht aus. Über allem steht die Erkenntnis: Leben heißt auch lernen, anderen wirklich zu begegnen.
Sabina Zollner hätte sich vom Philosophen Charles Pepin mehr Bezüge zur pandemischen Wirklichkeit gewünscht. Wenn der Autor den Zauber der Begegnung mit anderen Menschen beschreibt, ihn mit Sartre, und Kierkegaard philosophisch unterfüttert und mitunter lebensweise rät, wie man sich anderen öffnen kann, stößt Zollner immer wieder auf spannende Gedanken, etwa über den Drang der Libido oder den nach dem Göttlichen. Einiges aber bleibt offen, meint sie,zum Beispiel die Frage, ob virtuellen Begegnungen gleichfalls ein Zauber innewohnt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.02.2022
Rezensentin Andrea Gerk lernt mit Charles Pepins Buch die lebensverändernde Bedeutung von Begegnungen freundschaftlicher, professioneller und romantischer Art kennen und schätzen. Über die Bedingungen, die eigene Disposition für eine solche Begegnung und über ihre möglichen Folgen schreibt der Autor laut Gerk leicht und elegant, mit vielen mehr oder weniger erstaunlichen Beispielen. Über Begegnungen nachzudenken heißt, über das Leben nachzudenken, lehrt sie der Philosoph.
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