Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Henning Ritter. Die Aufzeichnungen, die Montesquieu von seinem dreißigsten Lebensjahr bis zu seinem Tod gemacht hat, sind eine Buchführung seiner geistigen Expeditionen und seiner persönlichen Erfahrungen. Die vorliegende Ausgabe folgt der ursprünglichen Anordnung: Lektürenotizen, Einfälle, literarische Kritik, Aphorismen, Gesprächsnotizen, Briefe und Autobiographisches wechseln einander ab.
Ralph Rainer Wuthenow bedauert sehr, dass eine Rezension in einem Fall wie diesem nicht viel mehr leisten kann, als "nur den Schattenriss, wo ein ganzes Fresko erforderlich wäre", zu geben. Ein Buch, "das auf jeder seiner Seiten zum Mit- und Nachdenken auffordert", sei dieser Band, der seiner Meinung nach in mancher Hinsicht nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. So lobt er u. a. Montesquieus Gedanken über Gesetze und deren Einhaltung, aber auch seine Gedanken über Evolution, Naturgeschichte oder die "Vorteile der modernen Zivilisation". Wuthenow weist darauf hin, dass die vorliegende Übersetzung sich auf die "eigentlich authentische, die als `unordentlich` erscheint", gestützt habe. Diese sei als Arbeitsgrundlage zwar weniger geeignet als die "thematisch geordnete", dafür jedoch sehr viel angenehmer zu lesen. Fast ohne Einschränkung ist er auch von der Übersetzung selbst angetan, die seiner Ansicht nach das Verständnis des Textes auf angenehme Art und Weise unterstützt.
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