Aus dem Rumänischen von Ernest Wichner. Die reiche Dora Bernstein und ihr Sohn Ben aus Amerika besuchen Iasi, die Wiege der rumänischen Kultur. Eine junge Frau, Suzy, zeigt ihnen die Stadt. Wenig später macht Ben ihr einen Antrag. Sie heiraten, und Suzy fängt an, sich für die Geschichte ihrer neuen Familie und die ihrer alten Heimat genauer zu interessieren. Sie stößt auf ein Mädchen, das 1947 mit 17 Jahren nach Wien gekommen ist. Als Einzige einer angesehenen Familie ist es ihr gelungen, das Pogrom in Iasi und den Holocaust zu überleben. Im Wiener Rothschild-Spital findet sie Zuflucht und erweist sich als begabte Schneiderin. Dort trifft sie einen GI, der ihr den Hof macht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2018
Ilma Rakusa zeigt sich irritiert von dem flapsigen Ton, in dem Catalin Mihuleac vom Schicksal der jüdischen Bevölkerung Rumäniens im Jahr 1941 berichtet. Die brillante Übersetzung des mitunter grellen Witzes im Buch macht ihr die Lektüre auch nicht leichter. Der Grund, warum der Autor die Tragik des Pogroms in solcher Drastik zu fassen versucht, leuchtet ihr nicht ein. Die aus der Gegenwart der überlebenden Erzählerin in die Vergangenheit der Jahre 1937 bis 1947 springende Handlung macht Rakusa indessen auch mit Mihuleacs Menschenkenntnis und seinem dramaturgischen Geschick bekannt. Schade nur, dass er den ermüdenden Ton erst gegen Ende des Romans aufgibt, meint Rakusa.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2018
Andreas Platthaus überwindet alle Zweifel angesichts der frivol-flapsigen Sprache in Catalin Mihuleacs Roman über zwei jüdische Familien, die den Pogromen in Rumänien 1941 zum Opfer fallen. Das Unerträgliche weicht schließlich einem Verständnis für den humorvollen, burlesken Ton im Angesicht des Schreckens, und der Roman beschenkt Platthaus mit einer unvergesslichen Auseinandersetzung mit der Geschichte und mit einer Anschaulichkeit, die er nur von den ganz Großen kennt, Primo Levi, Imre Kertesz, Jean Amery und Robert Antelme.
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