Aus dem Rumänischen von Manuela Klenke. Ein Roman über die Spurensuche zum rumänischen Systemwandel 1989 und die Kunst des Überlebens damals und heute aus weiblicher Sicht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2021
Es geht um die Verdrängung der Ceauşescu-Ära und die Folgen für die junge Generation in diesem Roman von Lavinia Braniste, erklärt Marie Schmidt. Vor dem Hintergrund baufälliger sozialistischer Architektur in Bukarest inszeniert die Autorin laut Schmidt in ruppiger Sprache die ganze Teilnahmslosigkeit einer jungen Frau an ihrer Umgebung bzw. der Geschichte des Landes. Konfrontiert mit der historischen Vergangenheit durch einen Rechercheauftrag wendet sich die Figur im zweiten Teil des Buches der Geschichte ihrer Familie zu, so Schmidt. Ein harter, hyperrealistischer Text, findet sie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.05.2021
Schlicht, nüchtern und dennoch einfühlsam findet Rezensentin Olga Hochweis den neuen Roman der rumänischen Schriftstellerin Lavinia Braniște über das Leben einer jungen Frau in Bukarest. Sonia hält sich gerade so mit ihrer Arbeit beim Radio über Wasser, als sie den Auftrag erhält, ein Drehbuch über die Ceaușescu-Zeit zu schreiben. Je weiter sie allerdings in ihrer Recherche vorankommt, desto stärker überfordert sie das Thema, zumal eine objektive Sicht auf die Vergangenheit unmöglich scheint, lesen wir. In eindringlichen Szenen schildere Braniște den "Erinnerungskrieg" um die Vergangenheit, zu der Sonia einen Zugang sucht, während nicht nur ihre Gegenwart von Zweifel, Ernüchterung und Enttäuschung geprägt ist, resümiert die Kritikerin. Davon zu lesen lohnt sich, meint sie. Denn gerade über Sonias Beschäftigung mit der Geschichte ihrer Heimat gewinnen die Leser Einblick in die Gegenwart dieses Landes, "von dem wir immer noch zu wenig wissen", so die Rezensentin.
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