Nähe und Distanz im Ghetto: Das Private unter radikalen Bedingungen.Unmittelbar mit Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 veränderte sich das Leben der jüdischen Bevölkerung Polens fundamental. Die deutschen Besatzer zogen Juden in Ghettos zusammen, in denen existentiell bedrohliche Bedingungen herrschten. Wie gingen die Bewohner mit der neuen Situation um, vor allem mit der räumlichen Enge und den neuen zeitlichen Abläufen? Wie gelang es ihnen, weiterhin Nähe oder Distanz zu ihren Mitmenschen aufrechtzuerhalten? Konnten sie aus den tiefgreifenden Veränderungen ihres Alltags auf Dynamiken der Vernichtung schließen? Carlos Alberto Haas stellt erstmals die Frage nach dem Privaten im Ghetto. Am Beispiel der Ghettos in Warschau, Litzmannstadt, Tomaschow und Petrikau untersucht er die Transformationen privaten Lebens und die sozialen Auswirkungen, die diese auf das Leben der Bewohner hatten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.12.2020
Rezensent Ludger Heid zeigt sich tief berührt von den von Carlos Alberto Haas in Ghetto-Archiven in Warschau, Washington oder Jerusalem gesammelten Dokumenten, die das Leben, Lieben und Sterben und den Alltag in den Ghettos von Lodz und Warschau festhalten. Heid erfährt über die beengten Lebensverhältnisse, das Festhalten an der Religion, die Konflikte und den Zusammenhalt der Bewohner, über ihre kleinen Freuden und ihr Leid sowie auch über die sadistischen Praktiken der deutschen Soldaten. Der mal sarkastische, mal hoffnungsvolle Ton der Bewohnerberichte bekommt durch das Wissen um den Terror und das Ende der Menschen in den Ghettos für Heid eine besonders berührende Färbung.
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