Herausgegeben von Martin Tielke und Gerd Giesler. Wenige Tage nach seiner Ankunft in Berlin Ende Oktober 1928 erhielt Carl Schmitt eine Einladung von Werner Sombart, der den aufstrebenden Juristen persönlich kennenlernen wollte. Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zur Familie Sombart, das sich in einem über viele Jahre hinweg geführten Briefwechsel niederschlägt. Mit Corina Sombart, die für Schmitt ab 1929 auch als Übersetzerin ins Rumänische tätig war, korrespondierte er bis zu ihrem Tod im Jahr 1971 kontinuierlich; vor allem aber zum Sohn Nicolaus bestand eine innige väterliche Freundschaft. Die Briefe sind mit einem Kommentar versehen, durch bislang unveröffentlichte Fotos illustriert sowie in einem Nachwort zusammenfassend bewertet.
Nur kurz geht Rezensent Alexander Cammann im Rahmen einer Besprechung von Schmitts "Glossarium" der Nachkriegsjahre auf diesen Briefwechsel mit dem in jungen Jahren hoffnungsvollen Nicolaus Sombart ein, der im Westberlin der achtziger und neunziger Jahre ein bekannter Salonlöwe war. Cammann notiert, dass sich junge Intellektuelle jüdischen Ursprungs offenbar häufiger mit Schmitt einließen - trotz seines virulenten Antisemitismus. Schmitt sei dann aber doch ein bisschen irritiert gewesen von diesem "liederlichen Freigeist", der seine angekündigten kultursoziologischen Studien nie verfasste. Auch zu Sombarts Gunsten hält Cammann fest, dass der junge Intellektuelle in seiner Zeit als Beamter des Straßburger Europarats erkannte, dass es eine Welt "jenseits von Plettenberg" gibt.
Wolf Lepenies liest den von Martin Tielke und Gerd Giesler herausgegebenen Briefwechsel von Carl Schmitt mit Nicolaus, Corina und Werner Sombart mit Gewinn. Wie sich der offen nie vollzogene, dennoch vorhandene Bruch zwischen Schmitt und Nicolaus Sombart von weit her ankündigt, hat er mit Spannung verfolgt. Er erfährt, wie Sombarts Versuche, wie sein Lehrer Schmitt zu werden, scheitern und von Schmitt mit Missachtung bestraft werden. Mustergültig scheint Lepenies die Edition der Briefe in puncto Hintergrundinformationen. Die neutrale Haltung der Herausgeber den beiden Hauptakteuren gegenüber findet er lobenswert, wenngleich er bedauert, dass der Briefwechsel die positiven Züge Schmitts nicht widerspiegelt.
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