Byung-Chul Han

Hyperkulturalität

Kultur und Globalisierung
Merve Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783883962122
Broschiert, 82 Seiten, 8,00 EUR

Klappentext

Die Veränderungen, die der kulturelle Globalisierungsprozess bewirkt, erfordern einen neuen Kulturbegriff. Zunehmend lösen sich die kulturellen Ausdrucksformen von ihrem ursprünglichen Ort und zirkulieren in einem globalen Hyperraum der Kultur. Die Kultur wird zu einer Hyperkultur ent-ortet und entgrenzt. Hyperkulturalität reflektiert die Verfassung des heutigen In-der-Weltseins. Anhand einer Analyse von Phänomenen wie Ort, Weg, Schwelle, Fremdheit, Vernetzung, Aneignung und Identität wird gezeigt, inwiefern ein ganz anderes Sich-Orientieren in der Welt notwendig und möglich ist.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.07.2005

Ausgesprochen anregend findet Niels Werber diesen Essay, mit dem der Basler Philosoph Byung-Chul Han seinen Begriff der Hyperkultur einzuführen versucht. Sein Gedanke ist dabei folgender: Der Begriff der Kultur, so wie etwa Thomas Mann verstanden hat, zieht immer eine Wesensbestimmung nach sich, also auch einen Normativismus, eine Ethnisierung oder Nationalisierung und damit auch Exklusion. Begriffe wie Multi-, Inter- oder Transkulturalität können in Hans Sicht dieses "exklusive, essenzialistische, ethnische Kulturverständnis" nicht aufheben, sie vervielfältigen höchsten, wie Werber erklärt. Dagegen setzt Han nun den Begriff Hyperkultualität, der kein "entweder-oder" fordert, sondern die Konjunktion "und... und... und", dabei aber auch in Rechnung stellt, dass Globalisierung nicht nur verbindet, sondern auch Differenzen erzeugt wie verschwinden lässt. Ganz einleuchten will Werber allerdings nicht, wie der freundliche Begriff Hxperkultur verhindern soll, dass es doch zu Wertungen und Ausschlüssen kommt, nämlich denen gegenüber, denen die neue Hyper-cuisine nicht schmeckt.