Buch der Erinnerung

Die ins Baltikum deportierten deutschen, österreichischen und tschechoslowakischen Juden. 2 Bände
K. G. Saur Verlag, München 2003
ISBN 9783598116186
Gebunden, 1072 Seiten, 148,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der Neuen Synagoge Berlin und dem Centrum Judaicum. Bearbeitet von Wolfgang Scheffler und Diana Schulle. Das Buch der Erinnerung" enhält ca. 31.400 Namen der zwischen 1941 und 1945 ins Baltikum ­ nach Riga, Kowno und Reval ­ verschleppten deutschen, österreichischen und tschechoslowakischen Juden. Die Namen, mit Angabe des Geburtsnamens, -datums und -orts, der letzten Adresse und des letzten Lebenzeichen oder des Todesdatums, sind nach den aus den verschiedenen Städten abgegangenen Transporten aufgeführt. Jedem Transport ist ein deutsch- und englischsprachiger Text mit der Beschreibung derjeweiligen örtlichen Situation der jüdischen Bevölkerung vorangestellt. Soweit es die noch existierenden Materialen der einzelnen Gedenkstätten zuließen, sind auch die Wege der einzelnen Menschen nachvollzogen. In einem zweisprachigen Einleitungsteil gibt Wolfgang Scheffler einen Überblick über das Schicksal der Deportierten im Rigaer Ghetto, in Jungfernhof, Salaspils und den vielen Zwangsarbeitsstätten und Konzentrationslagern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2003

Dem "renommierten" Historiker Wolfgang Scheffler gebühre das besondere Verdienst, die mehr als 31000 im Baltikum ermordeten Juden durch seine systematische Dokumentation "vor dem Vergessen bewahrt zu haben", schreibt Hans-Jürgen Döscher. Soweit rekonstruierbar, sind Namen und persönliche Daten der aus Deutschland, Österreich und Tschechoslowakei deportierten Juden wiedergegeben und machen das zweibändige Publikation zu einem "Standardwerk herausragender Bedeutung", so der Rezensent weiter. Ferner bietet das in deutscher und englischer Sprache veröffentlichte Werk einen "quellengesättigten historischen Überblick" und "detaillierte Darstellungen zu den Deportationen selbst".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2003

Ulrich Raulff sieht das vorliegende Werk mehr als Denkmal denn als herkömmliches "Lesebuch", erinnert es ihn doch an Mahnmale wie das von Thiepval oder das Vietnam Memorial, mehr aber noch an die riesige Namenstafel im ersten, von Helmut Kohl gekippten Entwurf für das Holocaustmahnmal in Berlin. Zwischen November 1941 und Oktober 1942 gab es rund 30 Deportationszüge aus dem Reichsgebiet nach Lettland. Eine verschwindend geringe Zahl der Insassen überlebte die Zeit des Nationalsozialismus. Den Opfern ist dieses Buch gewidmet. Mittels auf vier Zeilen gekürzter Biografien wird das Leben von 31.370 Deportierten vor dem Abtransport beschrieben, soweit die Namen noch herauszufinden waren. Der Rest steht in den Ankunfts- und Abfahrdaten der Züge und den Berichten von Historikern, welche die Vierzeiler umrahmen. Durch eine aufwändige historische Recherche bewahren die beiden Bände die Erinnerung an die Toten, indem sie ihre Namen nennen, schließt der Raulff seine Rezension.
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