Mit 10 schwarz-weiß Fotos und einer Karte. Riga war eines der großen Ghettos, in das ab 1941 Juden aus ganz Zentraleuropa deportiert wurden. Durch den systematischen Ausbau als Deportationsziel gewinnt Riga eine große Bedeutung für die Geschichte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik weit über den regionalen Rahmen hinaus und lässt die gesamteuropäische Dimension des Holocaust deutlich werden. Die Autoren widmen sich der Gesamtgeschichte des Rigaer Ghettos und des Schicksals seiner Insassen. Darüber hinaus jedoch schildern sie - auf Grundlage sämtlicher erreichbarer Quellen - gleichermaßen die großen Linien der Vernichtungspolitik wie ihre mörderische lokale Ausprägung. Dies schließt die Darstellung der Geschehnisse nach der Evakuierung Rigas vor der anrückenden Roten Armee mit ein: Der Abtransport der Häftlinge in das K.L. Stutthof, das dortige Massensterben und auch die letzten Todesmärsche. Der Band schließt mit einem Kapitel zum Leben der Täter und Opfer in der Nachkriegszeit sowie zur strafrechtlichen Verfolgung der begangenen Gewaltverbrechen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2006
Andrej Angricks und Peter Kleins Monografie über die Ausbeutung und Vernichtung der Juden in Riga 1941 bis 1944 wird von Rolf Dieter Müller regelrecht gefeiert. Die Studie schließt seines Erachtens eine Lücke in der Holocaustforschung, die sich vor allem auf Auschwitz und die Deportationen aus Westeuropa konzentriere und die Ermordung der deutschen sowie baltischen Juden etwas aus dem Blick verloren habe. Ausführlich berichtet Müller über das Wüten der SS im Rigaer Getto und den verzweifelten Überlebenskampf der Opfer. Besonders hebt er die differenzierte Betrachtung der verschiedenen Opfer- und Tätergruppen hervor. Insgesamt lobt er die auf Zeitzeugenberichten und Unterlagen der Nachkriegsprozesse basierende Studie als wohl dokumentiert und gut geschrieben. Riga wird für ihn darin als ein "Mikrokosmos" erkennbar, "in dem sich das ganze Schreckens- und Mordszenario des SS-Staates widerspiegelt".
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