Die biografischen Porträts erinnern an neun Frauen - alle zwischen 1891 und 1906 geboren -, die sich in SPD, KPD und linkssozialistischen Organisationen politisch engagierten. Sie verbrachten teils wenige Jahre, teils (fast) ihr ganzes Leben im Berliner Stadtteil Wedding. Trotz aller Differenzen und Streitigkeiten zwischen ihren Parteien, bis hin zur offenen Feindschaft, verband sie als Grundüberzeugung der Glaube an Solidarität und Fortschritt, der mutige Einsatz für eine gerechte, und das hieß für sie: eine sozialistische Gesellschaft. Auf beeindruckende Weise waren sie gegen das Nazi-Regime aktiv und erlitten die Brutalität der politischen Verfolgung.Während der Weimarer Republik und der NS-Diktatur erlebten sie die Höhen und Tiefen dieser politisch dramatischen Zeit: Flucht, Exil und Ausbürgerung; Festnahmen, Prozesse und Haft, sei es in NS-Zuchthäusern und -Konzentrationslagern oder in Stalins Gefängnissen; die Sorge um die Angehörigen; das Untertauchen und die Angst entdeckt zu werden; Denunziation und Hinrichtung. Doch andererseits auch: ein freies und selbstbestimmtes Leben als Frau; die Solidarität untereinander und das Wissen um Zusammengehörigkeit. Sie hatten den Mut, Widerstand zu leisten. Und sie gaben die Hoffnung auf eine humane Gesellschaft nicht auf.
Ein starkes Buch haben Walter Frey und Brunhilde Wehinger hier verfasst, findet Rezensentin Katja Kollmann. Es widmet sich neun Frauen, die in den späten 1920er Jahren nach Berlin Wedding ziehen und für linke Parteien, die SPD und die KPD, politisch aktiv sind, zum Beispiel Elly Kaiser, die Archivmitarbeiterin der SPD-Reichstagsfraktion war oder Ella Trebe, die ab 1933 Teil der illegalen KPD-Bezirksleitung war und 1943 im KZ Sachsenhausen ermordet wurde. Materialreich ist dieses Buch und außerdem anschaulich, freut sich Kollmann, die damalige Zeit und ihre Politisierung werden wieder lebendig. Ein tolles Dokument über Widerstand als Alltag, so das Fazit.
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