Antony Beevor

Der Zweite Weltkrieg

Cover: Der Zweite Weltkrieg
C. Bertelsmann Verlag, München 2014
ISBN 9783570100653
Gebunden, 976 Seiten, 39,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Helmut Ettinger. Mit 32 Bildtafeln. Der Zweite Weltkrieg war der brutalste und folgenschwerste kriegerische Konflikt der Geschichte mit einem bis dahin ungekannten Maß an Waffengewalt und millionenfachem Sterben bis hin zum Völkermord. Antony Beevor, britischer Historiker, entwirft ein globales Panorama, das die großen Zusammenhänge dieses Krieges ebenso transparent macht wie die herrschenden politisch-ideologischen Kräfte, das Ursachen und Folgen verdeutlicht. Er folgt von Norden nach Süden und von Osten nach Westen jenen Männern, die die Welt in die größte Schlacht der Menschheitsgeschichte getrieben haben. Und er verliert dabei nie jene aus den Augen, für die dieser monströse Krieg unermessliches Leid bedeutete.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2014

Ökonomie, Politik und Kultur während des Krieges sind Antony Beevors Sache nicht. Für den Rezensenten Cord Aschenbrenner geht das in Ordnung, bietet ihm der Autor doch jede Menge Kompensation in seiner nun auf Deutsch vorliegenden Gesamtdarstellung des Zweiten Weltkrieges. Auch wenn Aschenbrenner den Krieg auch mit diesem Buch nicht in seiner Gänze begreift, besser versteht er ihn schon, wenn Beevor Kriegsschauplätze, Schlachten und Protagonisten beschreibt, den Bombenkrieg, die Shoah, und Verbindungen herstellt zwischen Regionalkonflikten und dem kriegerischen Weltgeschehen. Die dafür nötigen globalen historischen Kenntnisse besitzt der Autor laut Aschenbrenner, ebenso die Kenntnis der Literatur, detailliertes Wissen über Personen, Strategien und die Fähigkeit seinen Schilderungen Farbe zu geben. Über die gesellschaftlichen Hintergründe muss Aschenbrenner woanders nachlesen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.09.2014

Insgesamt positiv fällt das Urteil des hier rezensierenden britischen Historikerkollegen Richard Evans für das Buch seines Landsmanns aus, der nicht zum ersten Mal über den Zweiten Weltkrieg publiziert und hier wohl seine Summe vorlegt. Evans betont, dass Beevor als Veteran schreibt, und von daher mag seine dunkle Sicht auf die Ereignisse - und besonders die Protagonisten - geprägt sein. Eigentlich kommt keiner der Kriegsherren bei Keegan gut weg, so Evans. Bei Hitler und Stalin versteht sich das von selbst (und das bezieht sich auch auf ihre militärisch-strategischen Talente). Aber auch Churchill, Roosevelt oder Mountbatten werden offenbar zum größten Teil von ihren Schwächen her beleuchtet. Laut Evans fällt es heute selbst Briten und Amerikanern schwerer, den Zweiten Weltkrieg als eindeutig "guten" Krieg zu sehen. Nach Lektüre des monumentalen Bands ist die Bilanz für Evans aber trotzdem klar: Dieser Krieg war moralisch gerechtfertigt - und zumindest mit den Westalliierten hat die richtige Seite gewonnen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2014

Meisterhaft findet Rainer Blasius diese Darstellung des Zweiten Weltkriegs, für die sich der britische Militärhistoriker temporeich zwischen den verschiedenen Kriegsschauplätzen und Machtzentren bewegt. Überfall auf Polen, "drôle de guerre", Luftkrieg gegen England, Einmarsch in die Sowjetunion, Pearl Harbor - alles handelt Beevor souverän und mit großer Urteilskraft ab, findet Blasius. Drei Dinge hebt der Rezensent hervor: Dass Beevor gerade in der Verwicklung so vieler Deutsche in den Holocaust den Grund für die verschleppte Aufklärung sieht. Dass er den Bombenkrieg gegen deutsche Städte als Vergeltung für den Blitz und Folge mangelnder Möglichkeiten darstellt. Und schließlich dass Churchill keine Chance gegen die amerikanische Realpolitik hatte, die schon damals im Feind ihres Feindes einen Freundes erkennen wollte und daher Osteuropa Stalins Machthunger überließ.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2014

Angesichts der Publikationsflut zum Jahrestags des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs erinnert Dan Diner an einen anderen Termin: den Beginn des Zweiten Weltkriegs, der sich demnächst zum 75. Mal jährt. Das Buch zu diesem Termin und zur globalgeschichtlichen Einordnung des Zweiten Weltkrieges ist für Diner Antony Beevors laut Rezensent ausdrücklich an ein breites Publikum sich wendende Studie. In traditioneller epischer Manier, so Diner, und aus Empire-Perspektive werden abwechselnd die europäisch-kontinentalen und die asiatisch-pazifischen Kriegsschauplätze betrachtet. Die dabei erörterten politischen und militärischen Geschehnisse sind für Diner dicht, dabei eingängig miteinander verquickt, das Urteil des Autors dabei stets klar erkennbar. Dass Beevor das Detail wie das große Ganze gleichermaßen im Blick hat, dass er die laut Diner erkenntnisfördernde Trennung der beiden Ereignisräume vornimmt, ohne ihr allzu große Bedeutung für die Ereignisse selbst beizumessen, scheint Diner zudem achtenswert.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 09.08.2014

Den Zweiten Weltkrieg bei Antony Beevor in 50 Einzelteilen zu erleben, hat für Ulrich Baron Vor- und Nachteile. Erkenntnisversprechend zunächst scheint dem Rezensenten der Versuch des Autors, Lücken der Geschichtsforschung zu schließen, vernachlässigte Aspekte des Krieges zu erfassen und eingeschliffene Perspektiven zu hinterfragen, etwa wenn er Stalingrad aus russischer Sicht darstellt. Dem allerdings korrespondiert laut Baron eine grundsätzliche Schwäche des Buches, nämlich das Raum-Zeit-Kontinuum zerlegen zu müssen, Sprünge zu machen, ohne den weiteren Bogen zu spannen. Dennoch wird dem Rezensenten die verheerende Dynamik des Krieges fassbar, werden ihm einzelne Protagonisten, wie Rommel, sowie z. B. die Rolle von Chinas KP deutlich erkennbar. Die Möglichkeiten der Monografie schöpft der Autor laut Baron voll aus. Und als Keimzellen einer Enzyklopädie des Krieges scheinen ihm die einzelnen Kapitel darüber hinaus von Bedeutung.
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