Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer-Minnemann. Alle Mieter eines ganz normalen Wohnhauses in Lissabon kommen hier zu Wort, erzählen aus ihrem Leben, von ihrer Vergangenheit, ihren Sehnsüchten und Ängsten. Sie kommen aus Portugal, Afrika oder der Ukraine, sie sind jung oder alt, einsam oder krank oder wütend, und sie wissen wenig voneinander. Was sie eint, ist die verzweifelte Suche nach Sinn, nach Wärme, nach Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.08.2017
Susanne Lenz liest António Lobo Antunes' neuen Roman als eine Art kollektive Traumatherapie. Wenn der Autor die Bewohner eines Lissaboner Mietshauses ein Klagelied über das Leben und seine nie heilenden Wunden anstimmen lässt, meint sie, die beredte Düsternis der Behausungen dort vernehmen zu können, die Alpträume und Schreie der Bewohner, die der Autor leitmotivisch in den Text einbaut: Salazar, Salazar. Für Lenz ein melancholischer Mikrokosmos, ein lyrisch dichtes Stimmengewirr und ein Erinnerungsstrom, in dem sich Persönliches und Kollektives, Gegenwart und Vergangenheit mischen, nicht ohne Anforderung an den Leser, meint sie, aber auch nicht ohne Reiz.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.05.2017
Rezensentin Meike Feßmann erfährt bei António Lobo Antunes vom Drama des Altwerdens. Das Lissaboner Mietshaus mit seinen unterschiedlichen Bewohnern, das ihr der Autor öffnet, wächst ihr dennoch ans Herz, auch wenn es darin vor allem ums Verlöschen geht. Wie der Autor mit seiner musikalischen Kompositionstechnik die Schattierungen des Alters in den inneren Monologen der Figuren herausarbeitet und das ganze Haus zum Hallraum schwindender Wahrnehmung macht, findet Feßmann meisterlich. Im Rückblick ist das Haus mit seinen Bewohnern und ihren schwindenden Erinnerungen für Feßmann sogar eine Allegorie des 20. Jahrhunderts.
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