Klappentext

Für das NS-Regime war das oberste Ziel geschlechtlicher Beziehungen die Ausbreitung der arischen Rasse. Dafür war jedes Mittel recht: von der Ächtung Homosexueller über drakonische Strafen für Abtreibung bis hin zu Zwangssterilisationen. Die Funktionäre selbst lebten hingegen ihre Sexualtriebe oft hemmungslos aus. Anna Maria Sigmund beleuchtet umfassend die verschiedenen Facetten von Sexualität zur Zeit des Nationalsozialismus.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.08.2009

Es ist nicht das erste Buch, das die Historikerin Anna Maria Sigmund über die Ideologien der NS-Zeit veröffentlicht, und es ist in gewohnter Weise sehr gut gelungen, lobt Rezensentin Ursula Frey. "Das Geschlechtsleben bestimmen wir" erläutert "ausgesprochen provokant" und mit neu recherchierten Quellen, unter anderem private Himmler-Briefe oder bis dato geheime Protokolle der SS, die Bevölkerungspolitik von 1933 bis 1945 - ohne dabei auch nur im Ansatz anstößig zu werden, wie Frey bemerkt. Aus dem Ziel der Nazis, die arische Rasse zu verbreiten, folgte unter anderem ein Verhütungsmittelverbot Hitlers und das Vorhaben, nach dem Sieg des Krieges "Mehrehen, Nebenehen und 'Vielweiberei'" einzuführen. Erneut sei es Sigmund gelungen, die "Doppelzüngigkeit und Doppelmoral" der Nazis zu enttarnen, so Frey, und dafür gibt es Applaus.
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