Axel Doßmann, Susanne Regener

Fabrikation eines Verbrechers

Der Kriminalfall Bruno Lüdke als Mediengeschichte
Cover: Fabrikation eines Verbrechers
Spector Books, Leipzig 2018
ISBN 9783959050340
Gebunden, 250 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Bruno Lüdke wurde - fälschlich - als der 'größte Massenmörder in der Kriminalgeschichte' bezeichnet. Der im Nationalsozialismus geheim gehaltene Fall bot seit den 1950er Jahren Stoff für Enthüllungsgeschichten und filmische Fiktionen. Die Akteure beriefen sich auf die Wahrheit der Archivakten: medizinische Gutachten, Protokolle der Polizei, Fotografien, Körperabformungen und Lüdkes Sterbeurkunde. Dieses Buch entwirft zu den wissenschaftlichen und populären Imaginationen vom Bösen eine Medien- und Wissensgeschichte vom 19. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart. Analysiert werden stereotype und rassistische Menschenbilder, Visualisierungen des Verbrechers als Typus, Wahrheits- und Trophäenproduktionen und die vergangenheitspolitischen Dimensionen von Medienpraxis. Fabrikation eines Verbrechers demonstriert wissenschaftliches Denken dicht am Material, theoretisch und methodisch transparent - für eine zeitgemäße historische, politische und ästhetische Bildung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.05.2018

Franziska Schubert erfährt die Wahrheit über das fürchterliche Schickal des fälschlicherweise als geisteskranker Massenmörder verurteilten Bruno Lüdke in Axel Doßmanns und Susanne Regeners Buch. Die Arbeit der beiden Wissenschaftler mit mannigfachen Quellen (Zeitungsartikel, Fotos, Verhörprotokolle, Geheimdokumente) ermöglicht es der Rezensentin, sich ein eigenes Bild von dem Fall zu machen. Wie die Vorstellung vom Bösen im Nationalsozialismus (und weiterhin) konstruiert wird, darüber gibt der Band Aufschluss, meint Schubert.