Anja Kampmann

Wie hoch die Wasser steigen

Roman
Cover: Wie hoch die Wasser steigen
Carl Hanser Verlag, München 2018
ISBN 9783446258150
Gebunden, 352 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Wenzel Groszak, Ölbohrarbeiter auf einer Plattform mitten im Meer, verliert in einer stürmischen Nacht seinen einzigen Freund. Nach dessen Tod reist Wenzel nach Ungarn, bringt dessen Sachen zur Familie. Und jetzt? Soll er zurück auf eine Plattform? Vor der westafrikanischen Küste wird er seine Arbeitskleider wegwerfen, wird über Malta und Italien aufbrechen nach Norden, in ein erloschenes Ruhrgebiet, seine frühere Heimat. Und je näher er seiner großen Liebe Milena kommt, desto offener scheint ihm, ob er noch zurückfinden kann. Anja Kampmanns Roman erzählt von der Rückkehr aus der Fremde, vom Versuch, aus einer bodenlosen Arbeitswelt zurückzufinden ins eigene Leben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2018

Rezensent Paul Jandl ahnt, dass Anja Kampmann es mit ihrem Roman hinkriegt, die Literatur ganz neu erscheinen zu lassen, ohne dass sie allzu viel dafür unternehmen müsste. Kampmanns Dreh ist es wohl, eine große Stille mit dem Brausen unerlöster Gefühle zu versetzen oder umgekehrt. Jandl jedenfalls folgt der Hauptfigur durch Erinnerungen und Gegenwart, Geschichten und Orte von Bottrop bis Schottland, durch Leerstellen und Kontinente, geführt von einer Sprache, die ihn wie ein ruhiger Fluss gemächlich trägt, durchbrochen durch Bilder und Motive. Staub an den Hosenbeinen erkennt er, was für einen herzergreifenden, unsentimentalen Text über die Weite er da gelesen hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.01.2018

Fasziniert schreibt Helmut Böttiger über diesen Debütroman von Anja Kampmann, in dem sich das Leben eines Wanderarbeiters nicht zu einer großen Erzählung fügt, sondern zu Bildern von höchster Intensität. Kampmann erzählt von einem Mann, der mal Wenzel, mal Waclaw heißt, in einer Zechensiedlung in Bottrop aufgewachsen ist und nun als Arbeiter auf den Bohrinseln dieser Welt arbeitet. Sehr plastisch findet der Rezensent, wie Kampfmann das Sturmtief von den Faröer-Inseln bis zur marokkanischen Küsten wehen lässt, wie sie das polnische Poznań evoziert oder die ungarische Puszta. Dass Waclaw dabei eher eine phantasmagorische Gestalt bleibt, findet Böttiger ganz richtig. Die kristallklare Sprache ist es, die ihn in Bann schlägt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Themengebiete