Klappentext

Ein alter Romancier wird von seinem jungen Verehrer zu Bett gebracht. Er beginnt zu erzählen. Von Paaren und Vereinzelten, von Gesichtern und Gebärden, von Passionen und Enttäuschungen - und wie er so unaufhörlich erzählt, folgt er mehr und mehr "den Spuren ausgestorbener Liebesarten". Dabei geht es zwischen den Menschen oft beklemmend zu, in manchen Episoden herrscht jenes Fremdheitsgefühl bei "unüberwindlicher Nähe", wie es zwischen Liebenden plötzlich entsteht. Mit wenigen Strichen entwirft Botho Strauß eine Prosa der vielschichtigen Unbestimmtheit zwischen Mann und Frau.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.12.2019

Christian Thomas erkennt unschwer, dass es Botho Strauß ums Ganze geht in seinem neuen Buch. Die versammelten Prosaminiaturen drehen sich laut Rezensent um sinnende Figuren und das Geheimnis, das stets bleibt. In den verhandelten Schicksalen, dem "Slapstick der Kommunikation", tritt Thomas immer wieder der Kulturpessimist Strauß entgegen, der Bezüge zur Kunst und zum Mythos herstellt, ebenso der Humorist, der mit wenigen Strichen subtil von "Lebensumschwüngen" erzählt.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 23.11.2019

Tilman Krause empfiehlt jungen Lesern zum Kennenlernen des Dichters Botho Strauß lieber "Paare, Passanten" als dieses "Abschiedsbuch" mit Aphorismen, Gedanken und erzählerischen Ansätzen. Obgleich Strauß laut Krause altersmilde lächelnd daherkommt, nicht verbittert oder greislüsternd wie Walser, entdeckt der Rezensent in den Texten doch eine "pennälerhafte Obsession" für die weibliche Anatomie und im Band ein mit biblischem Stoff spielendes Theaterstück, das ihm hölzern wie ein didaktisches Laienspiel vorkommt. Für Krause ein ambivalentes Geburtstagsgeschenk zum 75. des Autors.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.11.2019

Michael Opitz empfiehlt Botho Strauß' Kurzerzählungen und Episoden über Geschlechterduelle in Zweierbeziehungen allen Paaren im Liebestaumel. Rasch gelesen, bevor das "Liebesgefrieren" einsetzt, so vermutet Opitz, könnten die Lektüre hilfreich sein. Abgesehen davon lohnt sich der Band laut Opitz schon wegen des eine kunstvolle Sprache zelebrierenden Autors, der subtil beschriebenen "Partnerverletzungen" und der alles andere als banalen im Buch verhandelten Liebesverwerfungen.
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