Joshua Cohen

Buch der Zahlen

Roman
Cover: Buch der Zahlen
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2018
ISBN 9783895616273
Gebunden, 752 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Robin Detje. Ein gescheiterter Autor verliert am 11. September alles, was ihm am Herzen liegt: Seine Frau verlässt ihn, sein Buch floppt, der Buchladen, in dem er sein Geld verdient, liegt in Trümmern. Da erhält er den lukrativen Auftrag, die Memoiren eines Mannes zu schreiben, der genauso heißt wie er und ansonsten sein genaues Gegenteil ist: Ein Internetmogul, Erfinder des Algorithmus, der die totale Überwachung ermöglicht und unser aller Leben verändert...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.02.2018

Laut Nicolas Freund hat Joshua Cohen mit seinem in den USA 2015 erschienenem Roman alle Ehre verdient. Nicht weniger als den Roman des Internetzeitalters schreibt der Autor hier, umfassend, total wie Thomas Manns "Zauberberg", den Wildwuchs des Narrativen bündelnd, meint der Rezensent. Dass der Autor damit keine politische Agenda verfolgt, scheint Freund ihm nicht vorwerfen zu wollen. Epochal findet er den Text auch so, als Chronik des Denkens unserer Zeit, als Mischform aus essayistischem, autobiografischem, historischem und erfundenem Material, als "Hochleistungsprosa" mit jeder Menge Slang, Zitaten und Bezügen, die der Übersetzer Robin Detje laut Freund verdienstvoll und nur manchmal danebengreifend einfängt. Wie wir das Internet betrachten sollten, vertrauensvoll oder skeptisch, erfährt Freund allerdings auch aus diesem Buch nicht zu seiner vollen Befriedigung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2018

Rezensent Jan Wiele empfiehlt, ein ganzes Dechiffrierungssyndikat einzustellen, um alle Anspielungen in Joshua Cohens im Original 2015 erschienenem Roman über die Geschichte des Personal Computers zu entschlüsseln. Das Buch erscheint Wiele wie "The Circle", nur mit Hirn, atmosphärisch, postmodern, komplex, aber nicht abschreckend. Allein die fiktive Biografie des Computerfreaks Joshua Cohen (!) bietet laut Wiele genug Stoff für eine eigene Rezension. Besonders gefallen hat ihm die ironische Erzählung der Entwicklung der kalifornischen Gegenkultur der 70er zur Generation Hightech.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 20.01.2018

Als "großen Epochenroman der Zehner Jahre" würdigt Rezensent Felix Stephan Joshua Cohens neuen Roman am Rande seiner Begegnung mit dem amerikanischen Autor. Er folgt hier Cohens Alter Ego, einem Schriftsteller mit Namen Joshua Cohen, der eine Biografie über einen legendären Tech-CEO, eine Synthese aus Sergey Brin, Jeff Bezos und Steve Jobs, wie Stephan verrät, schreiben soll und der ebenfalls den Namen Joshua Cohen trägt. Fasziniert liest der Kritiker, wie der Autor zwei konkurrierende Weltanschauungen und Epochen aufeinandertreffen lässt - ohne ein endgültiges Urteil zu fällen. Druckkultur und Aufklärung werden hier mit digitaler, kollaborativer Wissensproduktion, die statt auf Forschung auf Nutzeranfragen beruhe, konfrontiert, erklärt Stephan. Vor allem der algorithmische Aufbau des CEO-Monologs hat den Rezensenten tief beeindruckt. Und auch wenn ihm die Lektüre einiges abverlangt hat, attestiert er dem Autor "galoppierende Intelligenz" und Gespür für Sprachspielereien.