Andreas Wassermann

Der Partisan und der SS-Mann

Zwei deutsch-italienische Biografien im 20. Jahrhundert
Cover: Der Partisan und der SS-Mann
Ch. Links Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783962892227
Gebunden, 288 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Zwei Jahrhundertleben zwischen Deutschland und Italien, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Beide liebten Italien, die Lebensart, die Kultur, die Sprache, und waren ausgesprochen italophil. Sie hätten Freunde sein können. Doch der Historiker Eugen Dollmann (1900-1985) und der Literaturstudent Heinz Riedt (1919-1997) schlugen im Zweiten Weltkrieg diametral verschiedene Richtungen ein: Dollmann war einer der höchsten SS-Offiziere im besetzten Italien, Riedt Antifaschist und Partisan. Der Autor begibt sich auf Spurensuche in Italien und Deutschland und erzählt auch die Nachkriegsgeschichte im geteilten Deutschland. Dollmann, der "Dolmetscher der Diktatoren", blieb in der Bundesrepublik unbehelligt und biederte sich den Geheimdiensten an. Riedt lebte bis zum Mauerbau in der DDR, übersetzte u. a. Primo Levis Buch "Ist das ein Mensch?" und verbrachte seine letzten Lebensjahre auf der Insel Procida.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.07.2025

Zwei faszinierende Biografien arbeitet Andreas Wassermann hier auf, freut sich Rezensentin Sieglinde Geisel. Es geht um zwei Deutsche, die während der Nazizeit in Italien leben und sich, erläutert Geisel mit Wassermann, politisch in unterschiedlichen Lagern befinden, einer ist ein Nazi und arbeitet 1943 für die deutsche Militärregierung als Übersetzer, ein anderer ist Student und arbeitet klandestin für die Partisanen. Außerdem sind beide schwul, was sie nicht offen ausleben können, lernt Geisel von Wassermann. Der Autor erzählt nicht geradlinig, sondern springt zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her, es geht auch um die Erlebnisse der beiden Protagonisten in der Nachkriegszeit, sowie um die keineswegs einfachen Archivrecherchen Wassermanns in der Gegenwart, manchmal ist das etwas verwirrend, findet Geisel. Auch die kolportagehafte Sprache des Buches gefällt der Rezensentin, die eine Reihe von Stilblüten zitiert, nicht. Aber das bleiben kleine Makel eines insgesamt starken Buches, findet Geisel, die sich fragt, welche weiteren Biografien dieser Art ihrer Niederschrift harren.

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