Als im Oktober 2016 im fränkischen Georgensgmünd ein Spezialeinsatzkommando der Polizei in das Wohnhaus eines Reichsbürgers eindringt, um dort gehortete Waffen zu beschlagnahmen, eröffnet dieser das Feuer und verletzt vier Beamte. Einer von ihnen wird tödlich getroffen. Der Schütze gehört zu jener Bewegung von Verschwörungsfanatikern, die die Bundesrepublik und ihre Gesetze nicht anerkennen. Bis dahin hatte der Staat die Angehörigen der Szene als "Spinner" und ungefährlich abgetan.
Der Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit beleuchtet gemeinsam mit weiteren Fachleuten die Ideologie und die Akteure der verschiedenen Gruppen. Sie analysieren deren Weltbild und beschreiben, wie ihnen angemessen zu begegnen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017
Rezensent Justus Bender erhofft sich von dem von Andreas Speit herausgegebenen Sammelband Aufklärung über die "Reichsbürger". Die absurden Begründungen der Verfassungsleugner im Kampf gegen die öffentliche Ordnung, vor allem aber ihre Gewaltbereitschaft lassen bei Bender die Haare zu Berge stehen. Dass die Autoren hämisch und besserwisserisch über die im Umgang mit den "Reichsbürgern" ahnungslosen Behörden schreiben, gefällt Bender allerdings auch nicht besonders. Steht einem soliden Sachbuch nicht, meint er. Besser hätte er es gefunden, wäre die Energie dafür verwendet worden, die Hintergründe des Phänomens noch genauer zu erforschen.
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