Frieden und Wohlstand in Europa sind längst nicht mehr selbstverständlich und die Bedeutung des Westens als geopolitische Macht und Norm stiftende Einheit schrumpft rapide. Wir im Westen bestimmen längst nicht mehr den Lauf der Welt - und vielleicht taten wir das auch nie wirklich. Andrea Böhm lässt alte Gewissheiten hinter sich und bereist die Orte jenseits der westlichen Weltordnung, die vielleicht unser aller Zukunft bestimmen werden.
Stefan Reinecke erkennt mit dem Blick der Publizistin Andrea Böhm die Krise des Westens besser. Im Vergleich mit Lebensentwürfen in Somalia, Libyen, Bagdad oder China wird unser Weltbild relativ, stellt Reinecke fest. Wenn Böhm an diesen Orten Menschen trifft, die ihr Leben meistern, Zivilcourage entwickeln und Handel jenseits der sogenannten Weltwirtschaft treiben, geht dem Rezensenten ein Licht auf. Die lakonische Erzählweise der Autorin und der historische Echoraum, den sie öffnet, machen das Buch für Reinecke zum Augenöffner.
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