Andre Schlüter

Moeller van den Bruck

Leben und Werk
Cover: Moeller van den Bruck
Böhlau Verlag, Köln 2011
ISBN 9783412205300
Gebunden, 448 Seiten, 54,90 EUR

Klappentext

Moeller van den Bruck (1876 - 1925), Kulturhistoriker, Staatstheoretiker und völkisch-nationaler Publizist, gilt heute als zentrale Figur der Konservativen Revolution in der Zeit der Weimarer Republik. Mit seinem 1923 erschienenen Hauptwerk "Das dritte Reich" wurde er zum Stichwortgeber der Nationalsozialisten, mit denen er den Hass auf die demokratischen Parteien und den Parlamentarismus teilte. Er bekämpfte die politischen Institutionen der Republik und glaubte, die nationale Identität durch Ausgestaltung einer nationalen Stileinheit befördern zu können. Bemerkenswert ist, dass diese konservative Programmatik Sympathien für moderne Kunst keineswegs ausschloss und Moeller van den Bruck zuweilen zu deren innovativsten Agitatoren gehörte. 1925 beging er nach einem Nervenzusammenbruch in Berlin Selbstmord.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2011

Rezensent Andreas Strobl würdigt diese Biografie- und Werkstudie als verdienstvolle Korrektur der landläufigen Sicht auf Arthur Moeller alias Moeller van den Bruck. Autor des Buches "Das Dritte Reich" war er und damit Täufer Hitlerdeutschlands, ja, aber mitnichten der den Nationalsozialismus anleitende Realpolitiker, als den man ihn beispielsweise in den Zwanzigern in Dienst zu nehmen versucht habe. Andre Schlüter zeichnet ein differenziertes Bild des Publizisten, wie der Rezensent berichtet. Seine beeindruckende Karriere, befeuert durch eine gehörige Portion Größenwahn, werde ausführlich dokumentiert. Als Dostojewski- und Poe-Herausgeber (die ebenfalls von ihm beanspruchte Übersetzungsleistung gehe tatsächlich auf das Konto seiner Frau), Bewunderer französischer Kunst und George-Verächter, hebe er sich von vielen Deutsch-Konservativen der Epoche ab, schreibt Strobl. Gleichwohl habe er die Republik sowie den Liberalismus bekämpft und den Niedergang Preußens betrauert - eine wahrlich ambivalente Gestalt, deren Leben und Wirken ein genaues Hinsehen ebenso einfordert wie entlohnt, so das Fazit der Kritik.

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