Aus dem Französischen von Wolfgang Krege. Sie hat es sich selbst eingebrockt: Aus Übermut und Neugier hat Amelie eine Stelle beim japanischen Unternehmen Yumimoto angenommen. Dort lernt sie zwar nichts in Sachen Buchhaltung, dafür wird ihr ein Crash-Kurs in Sachen Hierarchie erteilt. Eines ist von Anfang an klar: Eine Frau, zumal eine aus Europa, kann nur ganz unten einsteigen. Und noch tiefer fallen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2001
Eine Europäerin kommt in eine japanische Firma und wird statt als qualifizierte Arbeitskraft am Ende als Toilettenfrau zum überflüssigen Einsatz gebracht. Wie kann man sich eine solche Degradierung gefallen lassen, fragt der Rezensent, und sind japanische Firmen nicht eigentlich "global player", die effizient arbeiten müssen? Er hat Recht, und die belgische Autorin Amélie Nothomb, die teilweise in Japan aufgewachsen ist, hat ihm zufolge dennoch einen empfehlenswerten Roman geschrieben, der ein kafkaeskes Thema durch scharfe Kontraste und Komik als leichte Kost gestaltet. Ein, so Martin Ebel, probates Mittel der Verfremdung: alles sei "kunstvoll oberflächlich gehalten", die Schikanen und absurden Unterwerfungsrituale würden so "leichtfüßig" beschrieben, dass man das Gefühl habe, in ein etwas seltsames Mitmachtheaterstück geraten zu sein. Zur politisch korrekten Verständigung diene dieses Spiel Gott sei Dank nicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.11.2000
Thomas Laux hat diesen autobiografischen Roman, der den Abstieg der französischen Autorin als Praktikantin in einer japanischen Firma von der "Kalenderbetreuerin" zur "Klofrau" nachzeichnet, mit "Genuss" gelesen. Er lobt in seiner kurzen Rezension die "ironische Distanzhaltung" der Autorin, die durch den "heiteren Ton" ihrer Aufzeichnungen auch die erniedrigendsten Erfahrungen noch zur angenehmen Lektüre machen und freut sich an dem an Beckett gemahnenden "Irrwitz", der in den Konflikten mit der Firmenleitung Gestalt gewinnt.
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