Unter Mitarbeit von Andrew Donkin. Terminal 1 des Flughafens Charles de Gaulle in Paris: Täglich kommen über 200.000 Menschen an oder fliegen weg. Nur einer bleibt: Sir Alfred. Er lebt hier. Denn kein Land will ihn haben - ohne Pass. Im August 1988 reiste er nach London. Dort wurde er sofort nach Paris zurückgeschickt. Denn sein belgischer Flüchtlingsausweis war gestohlen worden. Auch Frankreich ließ ihn nicht einreisen. Brüssel schickte keine Originaldokumente: Er hätte sie persönlich abholen müssen. Doch die belgischen Behörden verweigerten ihm die Einreise. Seit 15 Jahren wartet Sir Alfred auf eine Identität. Er sitzt zwischen den Staaten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.12.2004
Mit Steven Spielbergs Film hat Sir Alfred Mehranis Schilderung seines Lebens, das sich seit 16 Jahren gezwungenermaßen auf dem Pariser Flughafen abspielt, nur in Bezug auf die Ausgangslage etwas zu tun, stellt Nino Ketschagmadse gleich zu Beginn klar. Mehrani sei viel verschlossener und zurückhaltender als der Filmheld. "Ganz genau" zeichne er aber auf, was um ihn herum geschieht. So erscheinen seine Memoiren als Tagebuch, zwar ohne Chronologie, aber dafür immer wieder unterbrochen durch mit Uhrzeiten versehene Kurzeinträge. Mehranis Bericht über seine Odyssee auf der Suche nach Asyl ist nicht nur "ergreifende Schilderung eines Einzelschicksals", meint die Rezensentin, sondern wird durch den komplett beigefügten Briefwechsel mit den Behörden zwecks Pass- und Asylangelegenheiten zu einem "unvergleichbar aberwitzigen Dokument grenzübergreifenden Schreibtischtätertums".
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