Aus dem Französischen von Hans-Joachim Hartstein. Georges Simenons Leben und Werk ist von einer Üppigkeit und einem Reichtum, von denen die allermeisten Schriftsteller heutzutage nur träumen können. Und dennoch: Trotz seines immensen literarischen Vermächtnisses, ist das Bild, das er in seinen Memoiren von sich zeichnet, nicht nur das eines Menschen, der das Leben in seiner ganzen Fülle erleben wollte, und eines manischen Schriftstellers, sondern auch das eines Familienvaters, dem seine Kinder das Wichtigste sind. Und so sind die Intimen Memoiren neben einer ergreifenden Lebensbeichte auch das schonungslose Selbstbekenntnis eines Vaters, der versucht, mit dem Selbstmord seiner Tochter ins Reine zu kommen.
Rezensent Stephan Wackwitz erkennt in Georges Simenon einen spätrömischen Schriftsteller, was er an dessen Hang zur heroischen Selbstdarstellung ebenso festmacht wie an seinen Kriminalromanen, die eigentlich analytische Dramen der Schicksalsmacht seien. Kurz kommt Wackwitz in seiner umfangreichen Hommage auf den belgischen Autor auch auf dessen "Intime Memoiren" zu sprechen, die er als Leseerlebnis allerdings ambivalent findet. Denn hier erfährt Wackwitz zwar, wie Colette Simenons Stil formte oder unter welch schrecklichen Umständen sich seine Tochter das Leben nahm, aber der Rezensent muss sich auch durch Passagen der Frauenverachtung kämpfen, die nicht immer subtil bleiben.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…