Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2001
Adolf Hampel weiß es überaus zu schätzen, dass der Autor hier "ungeschönt" sein Kriegstagebuch veröffentlicht, das aus seiner Zeit in der Ost-Reiterschwadron 299 von März 1942 bis November 1943 stammt. Mann war, wie der Leser erfährt, damals Priesteranwärter und im Reiterschwadron vor allem als Vermittler und Übersetzer tätig. Interessant findet Hampel an diesen Aufzeichnungen vor allem Manns ehrliche Äußerungen über die russische Bevölkerung, bei der er einerseits große Hilfsbereitschaft anerkennt, sich jedoch auch maßlos über "Trunksucht und Unzuverlässigkeit" empört. Dass Mann mit seinen russischen Partnern - trotz Kriegshandlungen, Versorgungs- und Klimaproblemen - auch immer noch Zeit fand, über 'das alte Thema: Russland -Deutschland' zu sprechen, gehört für Hampel zu den Überraschungen des Bandes. Insgesamt ist es neben vielen Einzelheiten "ein großer Gewinn", so Hampel, diese Aufzeichnungen zu lesen, weil das Buch helfe, "eine wahrheitsgemäße Einschätzung der Kriegsgeneration" zu entwickeln.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…