Alfred Grosser

Die Freude und der Tod

Eine Lebensbilanz
Cover: Die Freude und der Tod
Rowohlt Verlag, Reinbek 2011
ISBN 9783498025175
Gebunden, 256 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Mit Fotos und Dokumenten auf 16 Tafeln. Alfred Grosser hat sich um die deutsch-französische Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg verdient gemacht wie kaum ein anderer. Zugleich hat er seine um politische Aufklärung und Versöhnung werbende Stimme immer wieder eingesetzt, um den Deutschen (und den Franzosen!) unbequeme Wahrheiten zu sagen. Der aus Frankfurt stammende, in Paris lebende Politologe, der als Jude geboren wurde und sich zum Atheismus bekennt, ist nicht nur ein glänzender Redner, sondern auch ein unerschrockener, unangepasster Geist, der sich niemals einer politischen Doktrin unterwarf. Genau darauf basiert die moralische Legitimation für seine besondere Rolle als Mahner. In diesem Buch zieht er eine sehr persönliche Bilanz und erklärt, auf welchen Grundlagen sein lebenslanges politisches Engagement beruht. Er berichtet über die geistigen Einflüsse, die ihn prägten, über politische Freunde und Feinde, über seine religiösen Erfahrungen und Überzeugungen. Sein zentrales Credo ist der Satz, sein Lebensziel sei es stets gewesen, "durch Wissen und Wärme " seine Mitmenschen aufklärerisch zu beeinflussen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2011

Bernhard Gotto ist fasziniert vom moralischen und humanistischen Lebensanliegen des Alfred Grosser. Dass sich der Autor kritisch mit der christlichen Heilsbotschaft auseinandersetzt, gleich wohl aber als Prediger einer eigenen, höchst kritischen Spiritualität auftritt, erfüllt ihn mit Sympathie. Wenn Grosser das aktuelle Weltgeschehen assoziativ und gemischt mit Persönlichem durchnimmt, erkennt Gotto ein Denken in Verhältnissen (Geld und Macht, Politik und Moral) und eine Wahlverwandtschaft des Autors zu Helmut Schmidt. Grossers Lust an der Provokation und seine ironische Ader sorgen beim Rezensenten für gute Unterhaltung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.03.2011

Johannes Willms kann seine Enttäuschung gar nicht genug betonen. Von Alfred Grossers Lebensrückblick hätte sich Willms wirklich mehr erwartet. Mehr Reflexion, statt bloße Materialanhäufung und Namedropping, mehr darüber, wie sich Grosser als Kind in der französischen Diaspora zurechtfand und wie ausgerechnet er nach dem Krieg zum Aushängeschild deutsch-französischer Verständigung werden konnte. Das Skizzenhafte der Erinnerungen wird für Willms noch schwerer erträglich durch eher assoziative und mitunter vom Ressentiment geprägte Wertungen zu Musik, Theater und Literatur. Willms stößt auf groteske Fehlurteile und auf eine penetrante Eitelkeit des Autors, für die ein aufmerksames Lektorat seiner Meinung nach hätte zuständig sein müssen. Ein mitreißender, für den Leser erkenntnisbringender Lebensbericht, findet er, sieht anders aus.
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