Alejandra Pizarnik

Cenizas, Asche, Asche

1956-1971. Spanisch-Deutsch
Cover: Cenizas, Asche, Asche
Ammann Verlag, Zürich 2002
ISBN 9783250104704
Gebunden, 411 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Aus dem argentinischen Spanisch übersetzt, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Juana und Tobias Burghardt. Zwei Jahreszahlen, 1936 und 1972, begrenzen das kurze Leben von Alejandra Pizarnik, und zwei internationale Literaturmetropolen, Buenos Aires und Paris, sind die geographischen Koordinaten ihres flüchtigen Daseins, das hell aufleuchtete und grell verglühte. Autoren wie Octavio Paz und Julio Cortazar fanden in ihr ein inspirierend kreatives Gegenüber. Ihre unverwechselbare Poetik der Angst und Unruhe war eine bedingungslose Suche nach letzter Freiheit und Ursprung, die Suche nach der Essenz des Seins und der Sprache. Doch während sie mit Wörtern eine Welt konstruierte und sich durch rauschhafte Poesie und visionäre Ideen einen eigenen Ort erschuf, wurde der dünne Faden zum gemeinen Alltag immer brüchiger.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2003

Uwe Stolzmann begrüßt diesen ersten Band einer auf drei Bände angelegten Werkausgabe der argentinischen Lyrikerin, die sich 1972 das Leben nahm. Eingehend beschreibt er die Biografie Pizarniks, die bald nach ihrem Selbstmord zum "Mythos" wurde, wie der Rezensent mitteilt. Er lobt den Band als "ansprechend", wobei er es nicht nur erfreulich findet, dass die Gedichte jetzt in einer zweisprachigen Ausgabe vorliegen, sondern auch, dass man die Übersetzungen nun mit den Fassungen von Elisabeth Siefer des 2000 erschienen Gedichtbandes "fremd die ich war" vergleichen kann. Allerdings bekennt Stolzmann, dass ihm die Übersetzungen Siefers "eleganter" scheinen, auch wenn er glaubt, dass dies reine "Geschmackssache" ist. Einige Formulierungen im vorliegenden Buch beklagt er als "unglücklich", und unverständlich bleibt ihm, warum im Nachwort nicht auf den Gedichtband "fremd die ich war" eingegangen wird. Zudem ist es für den Rezensenten offensichtlich, dass die Übertragung ins Deutsche nicht gegen die "Schwerelosigkeit" der spanischen Originalgedichte ankommt. Doch ist er angesichts des "Reichtums" dieser nun "gehobenen Schätze" geneigt, darüber hinwegzusehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2002

Jan Wagner stellt eine Dichterin vor, die hierzulande nur wenigen bekannt sein dürfte. Alejandra Pizarnik stammte aus einer ukrainisch-jüdischen Einwandererfamilie in Argentinien, sprach fließend mehrere Sprachen, begann früh zu schreiben, genoss die Anerkennung von Italo Calvino und Octavio Paz, haderte stets mit sich und ihrem Leben, dem sie 1972 erst sechsundreißigjährig ein Ende setzte, wie Wagner im Zeitraffer berichtet. Die umfangreiche Gedichtauswahl, die der Amman-Verlag in einer edel gestalteten Ausgabe vorlegt, liest sich tatsächlich wie die Chronik eines angekündigten Todes, meint Wagner. Wörter wie "Leere"; "Nacht", "Wahn", "Wunde" und vor allem "Tod" prägten die Stimmung jedes Gedichts und tauchten auffällig häufig auf. Manchmal hat ihn dieser ständig ausgestellte Schmerz etwas peinlich berührt, bekennt Wagner. Ihr persönliches Drama, ihre innere Zerrissenheit hat Pizarnik dennoch ausgesprochen souverän gestaltet, hält er dagegen; ihre Bilder seien von einer dunklen Wucht, die ans Hermetische grenze, so undurchdringlich und persönlich wirkten teilweise ihre Chiffren.
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